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Polizeiticker Leipzig Illegale Casinos machen sich in Leipziger Eisenbahnstraße breit
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Illegale Casinos machen sich in Leipziger Eisenbahnstraße breit
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17:42 27.03.2018
Razzia von Zoll, Bundespolizei und Polizei auf der Eisenbahnstraße am 14.03.2018 in Leipzig (Sachsen).  Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Das Gebiet rund um die Leipziger Eisenbahnstraße wird zunehmend zum Hotspot des illegalen Glücksspiels in Sachsen. Nach Informationen des Verbandes der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland schießen illegale Hinterzimmer-Casinos, spielhallengeprägte Café-Casinos und Shisha-Bars mit Geldspielgeräten wie Pilze aus dem Boden.

„Das gewerbliche Automatenspiel ist einer der am stärksten regulierten Wirtschaftszweige in Deutschland“, so der Verband. „Hierbei führt die an quantitativen Kriterien ausgerichtete Regulierung dazu, dass immer mehr legale Spielhallen, die insbesondere den Schutz der spielenden Gäste sowie die Einhaltung des Jugendschutzes garantieren, schließen müssen.“ Laut dem Gesetz müssen zum Beispiel zum Schutz vor Spielsucht die Spielhallen mindestens 250 Meter Luftlinie entfernt voneinander liegen und dürfen nicht zu nah an Schulen sein.

Legale Spielhallen müssen schließen, Kriminelle nutzen Marktlücke

Genau in diese Angebotslücke stoßen offenbar immer mehr illegale Spielhöllen. „Diese Betreiber umgehen das Glücksspielgesetz“, so Simone Storch, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Automatenunternehmer, gegenüber der LVZ. Wo beispielsweise eine offizielle Spielhalle schließen muss, werde einfach ein spielhallengeprägtes Café-Casino eröffnet. Auch diese unterliegen normalerweise strengen Regularien, beispielsweise dürfen dort nur maximal zwei Spielautomaten stehen. „Doch stattdessen hat man etwa hinter der Garderobe noch einen Raum, wo ein Dutzend weitere Automaten stehen“, so Storch. „Es gibt in der Eisenbahnstraße eine Klientel, die ein sehr entspanntes Verhältnis zu Recht und Gesetz hat.“ In derartigen Lokalen, die nach Angaben des Verbandes in massiver Form in der Eisenbahnstraße zu finden sind, würden weder die gesetzlichen Bestimmungen des Jugend- und Spielerschutzes noch der Verbraucherschutz beachtet.

Verband der Automatenkaufleute unterstützt Razzien der Polizei

Insofern sehen die Automatenkaufleute in der Razzia von Polizei und Zoll vom vorigen Mittwoch einen richtigen Schritt. Bei den stundenlangen Kontrollen im Osten und Norden der Stadtwaren unter anderem Verstöße gegen das Glücksspielgesetz festgestellt worden (die LVZ berichtete). „Wir unterstützen ausdrücklich das Vorgehen gegen diese illegalen Glücksspiel-Angebote, die sich in Sachsen und deutschlandweit immer stärker ausbreiten“, so Verbandsvorstand Andreas Wardemann. „Die gewerblichen Betriebe mit ihren geschulten Mitarbeitern werden aus rein quantitativen Erwägungen heraus geschlossen, während das illegale Glücksspiel blüht.“ Der Präsident des Bundesverbandes, Thomas Breitkopf, kritisierte gleichwohl ein „Ungleichgewicht zwischen der staatlichen Überregulierung gewerblicher Betriebe und einem Vollzugsdefizit gegenüber illegalen Angeboten in Café-Casinos oder Hinterzimmern“.

Von Frank Döring

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