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Jobcenter-Angreifer war Wiederholungstäter – Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Jobcenter-Angreifer war Wiederholungstäter – Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Nach der Hammer-Attacke auf eine Mitarbeiterin des Leipziger Jobcenters ist am Mittwoch Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen worden. Der 34-jährige Jan N.

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Der 34-jährige Jan N. wird nach der Hammer-Attacke im Jobcenter Leipzig von Polizisten festgenommen.

Quelle: TeleNewsNetwork

Leipzig. war laut Staatsanwaltschaft ein Wiederholungstäter: Wegen eines ähnlichen Delikts im Jahr 2010 war er bereits vorbestraft und stand unter Bewährung – möglicherweise wäre der Übergriff deshalb zu verhindern gewesen. Ein Kürzungsbescheid führte nun offenbar zu der tragischen Tat.

Bereits im Januar 2010 habe N. einen Angestellten der Leipziger Arbeitsagentur (Arge) mit Pfefferspray attackiert und verletzt, sagte Ricardo Schulz, Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, gegenüber LVZ-Online. 2012 verurteilte das Amtsgericht den Leipziger deshalb wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechs Monaten Haft. Das seit Dezember rechtskräftige Urteil sei zur Bewährung ausgesetzt gewesen, so Schulz. Doch der Mann war unbelehrbar: Mehrfach soll er in der Vergangenheit die nun zum Opfer gewordene Jobcenter-Mitarbeiterin bedroht haben, ohne dass die Ermittlungsbehörden davon wussten.

Ermittler: Täter wollte sein Opfer töten

Nach der Attacke vom Dienstag beantragte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch Haftbefehl wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Diesem wurde am Nachmittag vom Ermittlungsrichter stattgegeben. Der 34-Jährige habe ein Geständnis abgelegt, erklärte Schulz. Die Ermittler sind überzeugt, dass der Täter aufgrund der Schläge gegen den Kopf den Tod des Opfers zumindest billigend in Kauf genommen hat. „Wir gehen davon aus, dass der Beschuldigte kam, um die Frau umzubringen“, so der Oberstaatsanwalt. Er habe „heimtückisch“ und „aus niederen Beweggründen“ gehandelt.

Am Dienstagmorgen gegen 9.30 Uhr hatte Jan N. das Jobcenter in der Georg-Schumann-Straße betreten und ohne Vorwarnung mehrfach mit einem Hammer auf die 52-jährige Arbeitsvermittlerin eingeschlagen. Sie erlitt schwere Verletzungen an Kopf und Oberkörper, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Weil ein wartender Jobcenter-Besucher einschritt, konnte Schlimmeres verhindert werden.

Bescheid des Jobcenters führte zu Streit

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Mit einem Hammer hatte der 34-Jährige am Dienstag eine Mitarbeiterin im Jobcenter attackiert und schwer verletzt.

Quelle: dpa

N., der auch wegen Diebstahls- und Betrugsdelikten polizeibekannt war, hatte keinen Termin und Hausverbot in der Behörde. Offenbar gab es vor der Tat Streit zwischen dem Arbeitslosen und dem Jobcenter über die Bezüge von Leistungen. „Er erhielt einen Bescheid, über den er verärgert war und den er so nicht akzeptieren wollte“, erläuterte Schulz. Bei dem Opfer handelte es sich um die für ihn zuständige Mitarbeiterin.

Der 34-Jährige hatte die Angestellte zuvor mehrfach bedroht, weshalb das Hausverbot gegen ihn ausgesprochen worden war. „Solche Verbote sind immer das letzte Mittel. Derzeit gelten sie für etwa 20 bis 30 Personen“, sagte Jobcenter-Sprecher Martin Richter gegenüber LVZ-Online. Diese Kunden seien den Sicherheitsmitarbeitern bekannt und würden bei Terminen von ihnen begleitet. Gezielte Einlasskontrollen gebe es jedoch nicht. „Wir sind eine offene Behörde und das wird auch so bleiben“, betonte Richter. Er kündigte jedoch an, dass das Sicherheitskonzept auf den Prüfstand gestellt werde.

N. sei den Mitarbeitern des Jobcenters gegenüber immer wieder „aggressiv“ aufgetreten, so der Sprecher. „Es wurde eingeschätzt, dass er zu Gewalt neigt.“ Dies war der Staatsanwaltschaft jedoch nicht bekannt – ein neues Ermittlungsverfahren lag laut Ricardo Schulz nicht vor. Das Jobcenter erstattete laut Polizei auch keine Anzeige gegen den Mann. „Dass es zu so etwas kommt“, meinte der Jobcenter-Mitarbeiter, „war für uns nicht absehbar.“

Robert Nößler

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