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Jugendliche stiften Unruhe in Höfen am Brühl

Jugendliche stiften Unruhe in Höfen am Brühl

Sie belästigen Kundschaft und werden auch gewalttätig: Nach mehreren Zwischenfällen mit jugendlichen Gruppierungen in den Höfen am Brühl will Investor Mfi die Security für das Einkaufscenter verstärken.

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Polizeieinsatz im Einkaufszentrum Höfe am Brühl.

Quelle: André Kempner

"Es ist nicht harmlos, was in Leipzig passiert", sagte Mfi-Sprecher Thorsten Müller auf LVZ-Anfrage.

"Es gab einige Vorfälle mit jugendlichen Gruppen, daraus machen wir keinen Hehl", räumte Müller ein. "Das ist ja auch ein gesellschaftliches Problem, das man von jetzt auf gleich nicht in den Griff kriegen kann." Für das Center-Management sei es ein schwieriger Spagat: Auf der einen Seite schaffe man ganz bewusst attraktive Angebote für junge Menschen, gerade im Multimedia-Bereich, etwa einen kostenlosen Wlan-Zugang. Dies sei für viele Jugendliche sehr reizvoll, weshalb sie sich gern auch länger in den Höfen aufhalten. Die Geschäftszeiten - die Kernöffnungszeit der etwa 130 Läden geht bis 21 Uhr, das Center ist bis 21.30 Uhr offen - tun ein Übriges.

"Aber es kann nicht sein, dass sich Jugendliche in großen Gruppen zusammenrotten und Front machen gegen andere Center-Besucher und diese belästigen", erklärte der Mfi-Sprecher. "Da sind definitiv Grenzen überschritten. Dafür haben wir Security, die eingreifen muss - und das durchaus auch energischer. Schon mehrfach haben wir das erlebt." Es sei zuweilen sehr schwierig, mit den jungen Leuten normal umzugehen. "Die werden nicht nur patzig, sondern auch handgreiflich", so Müller. "Manchmal hat man keine Wahl und muss die Polizei einschalten."

Ein Kriminalitätsschwerpunkt seien die Höfe am Brühl jedoch keinesfalls, betonte Polizeisprecher Uwe Voigt. Die Situation sei nicht annähernd so problematisch wie im Grünauer Allee Center. Dort gehörten Gewalt gegenüber Mitarbeitern, Sicherheitspersonal und Kunden sowie Bedrohung und Diebstahl zeitweise fast schon zum Alltag (die LVZ berichtete). In den Höfen am Brühl seien hingegen in den ersten beiden Monaten dieses Jahres kein Raub und kein Körperverletzungsdelikt bekannt geworden, so Voigt. Zur Anzeige gelangten überwiegend Ladendiebstähle: 18 im Januar, 17 im Februar.

Gleichwohl hat die Polizei den innerstädtischen Einkaufstempel im Blick. Der zuständige Bürgerpolizist halte regelmäßigen Kontakt, schilderte Voigt. Bei seiner Fußstreife treffe er sich mit Mitarbeitern der Security, Haustechnikern und Verkaufspersonal. "Sollten hier erste Erscheinungen und Straftaten bekannt werden, die in Richtung Kinderbande oder andere jugendliche Gruppierungen hindeuten, wird im Zusammenwirken mit der Stadt Leipzig und dem Center-Management schnell und konsequent gehandelt", versicherte Voigt.

Doch drastische Maßnahmen erwägt Höfe-Investor Mfi bislang nicht. "Wir werden mit Sicherheit unsere Angebote, mit denen wir junge Leute ins Center locken wollen, nicht reduzieren", stellte Unternehmenssprecher Müller klar. "Die Öffnungszeiten sind zwar nicht in Stein gemeißelt, aber eine Veränderung in den Abendstunden ist derzeit nicht geplant." Stattdessen wolle man versuchen, durch erhöhten Einsatz von Security-Personal gegen Störungen vorzugehen. "Wir haben Hausrecht und können davon Gebrauch machen", so Müller. "Wer andere Besucher belästigt oder angreift, den können wir auch vor die Tür setzen." Hochdramatisch sei die Situation in Leipzig bislang nicht. "Aber in der Tendenz passiert hier schon mehr als an anderen Standorten", so Müller.

Die in Essen ansässige Mfi betreibt bundesweit 25 Arcaden und Center, unter anderen das Paunsdorf-Center. "Im Vergleich", konstatierte der Mfi-Sprecher, "ist der Standort Leipzig, was jugendliche Gruppierungen angeht, schon etwas schwierig."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.04.2013

Frank Döring

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