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Polizeiticker Leipzig Junge ertrinkt in Wanne – Frau vor Gericht
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Junge ertrinkt in Wanne – Frau vor Gericht
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21:57 21.06.2017
Die Angeklagte Michaela B. gestern am Amtsgericht Leipzig. Der 39 Jahre alten Frau wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.
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Leipzig

Sieben Monate nach einem Unfall in Leipzig, bei dem ein zweieinhalb Jahre alter Junge in einer Badewanne ertrunken ist, hat gestern am Amtsgericht der Prozess begonnen. Einer 39 Jahre alten Frau wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Staatsanwalt Ulrich Jakob lastete Hausfrau Michaela B. an, das Kleinkind während des Badens nicht beaufsichtigt zu haben. Bei dem Jungen handelte es sich um den Sohn einer Bekannten, um den sich die Beschuldigte, selbst Mutter von zwei Jungen im Alter von fast vier und acht Jahren, auch zuvor schon öfter gekümmert haben soll. Sie selbst sei auch „die Älteste von fünf Geschwistern“ gewesen, sagte Michaela B., die ihren Worten zufolge geschieden ist und von Hartz IV lebt.

Laut Anklage ereignete sich das Unglück am 4. November vorigen Jahres in einer Wohnung in der Demmeringstraße. In einer zu einem Viertel gefüllten Wanne sei der Junge mehrere Minuten lang unbeaufsichtigt geblieben. „Um 15.10 Uhr fand die Angeklagte das Kind reglos im Wasser“, sagte gestern Staatsanwalt Jakob. Seinen Worten zufolge habe die Frau den Notruf gewählt, das Kind angezogen, auf ein Bett gelegt und zu reanimieren versucht. „Der Junge hatte aber zu große Mengen Wasser geschluckt“, so Jakob. Aufgrund einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns erlitt das Kind einen Hirnschaden. Es starb am Folgetag in einem Krankenhaus. Der Unfall hätte vermieden werden können, wenn die Frau das Kind beaufsichtigt hätte, so der Staatsanwalt weiter.

Nach einem nicht öffentlichen Rechtsgespräch zwischen Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft wurde die Hauptverhandlung aber ausgesetzt. „Für den Fall eines Geständnisses stand eine Strafe von acht Monaten Haft auf Bewährung im Raum sowie zudem eine Geldauflage an das Kinderhospiz Bärenherz“, informierte Richter Hartmut Tiegelkamp. Der Verteidiger habe jedoch signalisiert, dass die Angeklagte „einen anderen Sachverhalt vortragen möchte“. Aus diesem Grund, so der Richter, müssten viele Zeugen, darunter auch die Rettungssanitäter, zu dem „hochtragischen Fall“ angehört werden. Da es sehr viele Beweismittel gebe, sei eine entsprechende Vorbereitungszeit nötig, meinte er. Die Hauptverhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt; sie findet „eventuell in anderthalb Monaten“ statt, so Tiegelkamp.

Von Sabine Kreuz

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