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Polizeiticker Leipzig Juwelier-Räuber gesteht Überfall in Leipzig-Leutzsch
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Juwelier-Räuber gesteht Überfall in Leipzig-Leutzsch
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00:27 12.09.2015
Der Angeklagte Juozas V. am Mittwoch im Landgericht. Quelle: André Kempner
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Leipzig

An jenen Morgen, der ihr Leben so dramatisch verändern sollte, kann sich Annett F. ( 41) noch gut erinnern. Es war der 25. Juni 2012 gegen 10.15 Uhr. „Ich war gerade in der Werkstatt und habe telefoniert“, so die Leipzigerin. „Plötzlich ging die Türglocke und zwei Männer mit Damenperücken standen im Geschäft. Sie drückten mich zu Boden und hielten mir eine Pistole an den Kopf.“ Einem der drei Männer, die sie damals ausraubten, begegnete die tapfere Frau am Mittwoch beim Prozess am Landgericht wieder.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es Juozas V. (29) war, der mit zwei Komplizen das Juweliergeschäft in der William-Zipperer-Straße überfallen hat. Laut Anklage trafen sich die Männer, zwei Litauer und ein derzeit noch unbekannter Täter, gegen 9 Uhr in der Grünanlage Am Wasserschloss in Leutzsch. Sie stellten ihre Fahrräder ab und gingen noch einmal ihren Plan durch. Gegen 10.15 Uhr betraten dann zwei von ihnen das Geschäft. Sie trugen Perücken in der Art, wie sie Frauen beim Fasching benutzen. Einer rotbraun mit Pferdeschwanz, der andere grau mit einer Bob-Frisur.

Sie bedrohten die Verkäuferin mit einer Pistole, schilderte Staatsanwalt Ralph Hornig vor Gericht, warfen sie zu Boden, fesselten sie an Händen und Füßen mit Klebeband. Auch ihr Mund wurde mit dem Band zugeklebt. „Dann packten sie die Frau und schleiften sie in die Werkstatt“, so Hornig. Erst dann sei ein dritter Täter in den Laden gekommen und habe die Auslagen durchwühlt. Seine beiden Komplizen sollen unterdessen weiterhin die Frau mit der Waffe bedroht und immer wieder gefragt haben: „Wo ist Safe? Wo ist Safe?“ In dieser ausgesprochen beängstigenden Lage stellte sich die Verkäuferin ohnmächtig, wie sie berichtete. Als die Räuber weg waren, hüpfte die gefesselte Frau zur Tür, um Hilfe zu holen.

Das Trio erbeutete nach Erkenntnissen der Anklagebehörde 4560 Euro in bar, es war das komplett vorrätige Geschäftsgeld. Außerdem rafften die Räuber den Goldschmuck aus einer Vitrine zusammen, etwa ein Collier im Wert von 629 Euro. Insgesamt beziffert die Anklageschrift den Wert der verschiedenen Schmuckgegenstände auf 3585 Euro. Auf der Flucht verloren die Täter jedoch die schwarze Tasche mit dem Schmuck wieder.

Für Annett F. hatte der Überfall schlimme Folgen. „In den Wochen danach fiel es mir schwer zu arbeiten“, erzählte sie. „Ständig habe ich auf die Straße gestarrt, den Bereich um das Geschäft beobachtet.“ Irgendwann sei es dann gar nicht mehr gegangen und sie habe sich selbst im Fachkrankenhaus für Psychiatrie Altscherbitz eingewiesen. Noch heute sei sie dort in ambulanter Betreuung, absolvierte zudem eine Therapie. Doch die Angst kehrte zurück, als der Prozesstermin feststand. „Jetzt kommt alles wieder hoch“, so die Verkäuferin, als sie zusammengesunken auf dem Zeugenstuhl saß.

Dem Angeklagten droht eine lange Haftstrafe, weil auch ein früheres Urteil aus dem Jahr 2013 einbezogen werden soll. Nach einem Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen räumte Juozas V. die Anklagevorwürfe ein. Für den nächsten Prozesstag kündigte sein Verteidiger ein umfassendes Geständnis an. Im Gegenzug hält die 5. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Berthold Pfuhl ein etwas geringeres Strafmaß für vorstellbar.

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