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Kabel-Klau: Angeklagter hat angeblich einen Doppelgänger

Prozess in Leipzig Kabel-Klau: Angeklagter hat angeblich einen Doppelgänger

Ein Leipziger, dem wegen Kabel-Diebstahls bei der Deutschen Bahn der Prozess gemacht wird, will über einen Doppelgänger verfügen. Diesem Unbekannten schob der 34-jährige Angeklagte gestern am Amtsgericht die Schuld in die Schuhe.

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Quelle: dpa

Leipzig. Nicht er will am 9. Oktober 2014 an der Strecke Leipzig-Schkeuditz Kabelstränge zerschnitten und für den Abtransport bereitgelegt haben, sondern eine Person gleichen Aussehens, die zudem noch gleich bekleidet war. "Ein total blöder Zufall wurde mir zum Verhängnis", meinte Marcell Jan N.

Ein Polizist war während seines Heimweges mit dem Fahrrad an jenem Tatabend gegen 22.40 Uhr auf einen Verdächtigen aufmerksam geworden. Der Beamte in Zivil hatte am S-Bahnhaltepunkt Olbrichtstraße merkwürdige Kratz- und Schleifgeräusche gehört und ein paar Minuten später dann N. zur Rede gestellt. "Ich war mir aufgrund des Erscheinungsbildes sicher, dass er der Täter war." Doch N. gab damals wie auch gestern zu Protokoll: Nach einem Streit mit seiner Lebensgefährtin sei er dort nur spazieren gegangen, "um den Kopf freizubekommen". In dem Moment sei jemand, der offenbar vom Gleisbereich aus gestartet war, an ihm vorbeigerannt. Die Staatsanwaltschaft hielt einen solchen Zufall allerdings für konstruiert und warf N. vor, 46 Meter Kabel in Stücken bereits am Haltepunkt zurechtgelegt zu haben. Deren Wert bezifferte Staatsanwältin Franziska Breitfeld mit rund 2550 Euro. Die Reparaturkosten sollen mehr als 6000 Euro betragen haben. Sie lastete dem vorbestraften Arbeiter versuchten Diebstahl mit Waffen (er hatte am Tatabend ein Jagdmesser dabei) und Sachbeschädigung an.

Angaben der Deutschen Bahn zufolge beläuft sich der 2014 durch Buntmetalldiebstahl in Deutschland verursachte Schaden auf 17 Millionen Euro. Auch wenn der überwiegende Teil der Fälle von professionellen Gruppen verübt werde, so gebe es immer wieder auch Kleinkriminelle und Einzeltäter, die ihre Haushaltskasse durch den Verkauf von ein paar Kilo Buntmetall versuchten aufzubessern. Jeder fünfte Dieb gehe übrigens in die Falle. Als positiven Trend vermeldet die Bahn, dass mit 1500 registrierten Fällen die Zahl der Taten 2014 um 15 Prozent zurückgegangen sei und sich gegenüber 2011 damit halbiert habe. Verschiedene Schutzmaßnahmen würden greifen, außerdem seien die Rohstoffpreise für Buntmetalle auf dem Weltmarkt weiter gesunken.

Ob der Leipziger Marcell Jan N. oder aber sein Doppelgänger Hand anlegten, will Richterin Sandra Daute bei der Prozessfortsetzung im August mit Hilfe von weiteren Zeugen klären.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.07.2015
Sabine Kreuz

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