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Polizeiticker Leipzig Katze zu Tode gefoltert - Leipziger Amtsgericht sucht 20-Jährigen mit Haftbefehl
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Katze zu Tode gefoltert - Leipziger Amtsgericht sucht 20-Jährigen mit Haftbefehl
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01:00 16.10.2014
Das Amtsgericht in der Leipziger Bernhard-Göring-Straße (Archivfoto). Quelle: Andreas Döring
Leipzig

Enrico H. sollte sich mit einem Mitangeklagten wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verantworten, erschien allerdings nicht zum anberaumten Prozess. Offenbar befürchtete er, sofort festgenommen zu werden.

Hintergrund dafür dürfte sein, dass Behörden den 20-Jährigen wegen weiterer Fälle bereits suchen. "Es gibt Vollstreckungshaftbefehle gegen ihn", sagte Amtsrichterin Juliane Guha.

Frank S. (31), der Mitangeklagte, stellte sich am Mittwoch zwar der Verhandlung, verkündete aber gleich mehrfach lauthals: "Ich habe mit der Sache nichts zu tun. Ich saß in der Wanne." Die Staatsanwaltschaft lastet dem Duo jedoch an, eine Katze im Keller eines Wohnhauses in der Hirzelstraße massiv misshandelt und getötet zu haben. Sie sollen das Tier mit einem Gasbrenner bearbeitet haben, bis es am ganzen Körper brannte und qualvoll verendete. Zuvor hatten sie die Zunge des Opfers mit einer Zange herausgezogen und auf ein Brett genagelt. Der Fall liegt bereits vier Jahre zurück.

Wie berichtet, verurteilte das Amtsgericht einen weiteren an der Folter Beteiligten Ende 2012 zu einem Jahr und zehn Monaten Haft, ausgesetzt zur Bewährung. Stefan L., damals 29 Jahre alt, sollte zudem 160 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Richter Peter Weber sprach von "Sadismus und besonderer Grausamkeit".

L. hatte zuvor zugegeben, die Tierquälerei mit seinem Handy gefilmt, aber nicht selbst verübt zu haben. Er belastete Frank S., weshalb die Staatsanwaltschaft nach dem ersten Prozess weitere Ermittlungsverfahren einleitete. Die wackligen Aufnahmen der Handykamera dienen als eines der wichtigsten Beweismittel. Am Mittwoch vertagte das Gericht den Fall, bis der untergetauchte Enrico H. gefasst ist.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.10.2014

Sabine Kreuz

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