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Kehrtwende im Prozess um zerstückelte Leiche – Angeklagter äußert sich zu Tatumständen

Kehrtwende im Prozess um zerstückelte Leiche – Angeklagter äußert sich zu Tatumständen

Unerwartete Wende im Prozess um die zerstückelte Leiche vom Elsterbecken: Der angeklagte Benjamin H. gibt sein Schweigen vor der Schwurgerichtskammer des Leipziger Landgerichts auf.

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Benjamin H. mit seinem Verteidiger Jens Mader.

Quelle: dpa

Leipzig. Am Montag ließ der Angeklagte ein Video vorspielen. Darin äußerte er sich zu den Tatvorwürfen.

Bisher hatte der 24-Jährige an allen Verhandlungstagen geschwiegen. Über seine beiden Verteidiger ließ er zum Auftakt des Gerichtsverfahrens auch seine Aussagen bei einer Polizeivernehmung kurz nach seiner Festnahme in Kassel widerrufen.

Die Öffentlichkeit durfte das Video im Gerichtssaal allerdings nicht mit ansehen. Die Prozessbeobachter wurden ausgeschlossen, weil „schutzwürdige Interessen“ seines Mandanten berührt seien, sagte Verteidiger Jens Mader. In der Aufnahme seien auch Fragen des Sexuallebens von H. angesprochen worden.

Der Angeklagte hat nach Gerichtsangaben in dem mehrstündigen Film Angaben zu seiner Person und zum Tod von Jonathan H. gemacht. Dabei sei deutlich geworden, dass keine dritte Person in den Fall verwickelt sei, so eine Sprecherin des Landgerichts.

Fotos vom Prozessauftakt:

Das Gespräch in Interviewform ist in der Untersuchungshaft entstanden. Da Benjamin H. bisher den mit der Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens beauftragten Hans-Ludwig Kröber ablehnte, wollte die Verteidigung einen von ihr ausgewählten Mediziner beauftragen. Dem Wissenschaftler sollte der Film für seine Expertise zur Verfügung gestellt werden. Nun auch hier die Kehrtwende: H. will sich von dem Sachverständigen nun doch untersuchen lassen.

Weitere Details über den Inhalt des Films wurden am Montag nicht bekannt. Sowohl die Richter, als auch Anklage und Verteidigung wollten sich am Nachmittag nicht äußern. Verteidiger Mader erklärte lediglich, dass er mit seinem Kollegen Mario Seydel nicht von der eingeschlagenen Strategie abweichen wolle.

Bisher waren die Juristen aus Berlin und Straußberg mit einer Vielzahl von Anträgen aufgefallen. Mehrfach hatten sie eine angebliche Befangenheit der Kammer gerügt, waren damit aber gescheitert.

Der Prozess soll nun am Freitag fortgesetzt werden. Benjamin H. wolle dann Fragen der Kammer beantworten. Unklar ist, ob die Öffentlichkeit dann erneut ausgeschlossen wird. Möglicherweise wird das Verfahren in diesem Jahr doch noch beendet. Bisher hat das Gericht bis zum 14. Dezember Prozesstermine festgelegt. Nach der Vielzahl von Verteidigeranträgen hatte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf zuletzt eine Verlängerung bis tief ins Jahr 2013 in Aussicht gestellt. Davon rückte die Kammer am Montag wieder ab.

Sabine Kreuz / Matthias Roth

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