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Kein Pardon für Crash-Fahrerin - sie muss hinter Gitter

Kein Pardon für Crash-Fahrerin - sie muss hinter Gitter

"Das ist der Gipfel, was Sie sich da geleistet haben", resümierte gestern Amtsrichter Stefan Blaschke. Melanie L. hatte sich am 8. November vorigen Jahres eine filmreife Verfolgungsjagd mit der Polizei durch die Leipziger Innenstadt geliefert.

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Das war's für den Mercedes und die Möbel: Mit ihrem Fluchtauto landete Melanie L. im Freisitz vom Leipziger Hotel Fürstenhof.

Quelle: Guido Schäfer

Nicht nur, dass die ziemlich betrunkene Mercedes-Fahrerin mit dem Auto eines Kumpels etliche Hausecken ramponierte, weil sie die Kurve nicht bekam. Ihre Schlangenlinien-Fahrt kurz nach Mitternacht - und auch noch ohne Licht - endete letztlich im Freisitz des Hotels Fürstenhof am Tröndlinring. Nachdem der Wagen sogar Stein-Poller rasiert hatte, war er nicht mehr einsatzfähig. Melanie L. ergriff zu Fuß die Flucht. Grotesk: Nur Minuten nach der Kollision kehrte sie an den Tatort zurück: "Sie sagte: ,Na, da muss doch mal jemand die Polizei rufen.' Danach setzte sie sich ans Steuer, machte den Motor aus und verschwand wieder", berichtete gestern ein Hotel-Mitarbeiter am Amtsgericht. Erst im Nachhinein sei ihm bewusst geworden, dass es sich ja um die Unfallfahrerin gehandelt habe. Seine Einschätzung über die ihm Unbekannte: "Sie war neben der Spur."

Nach einem anonymen Hinweis damals, dass sich Melanie L. völlig betrunken ans Steuer setze, hatte die Polizei die Verfolgung aufgenommen. Und bereits kurz nach ihrer Flucht konnte die heute 33-jährige Leipzigerin, die im Übrigen noch nie eine Fahrerlaubnis besaß, gestellt werden. "Dabei hat sie raffiniert einen Nachtrunk behauptet, der aber gar nicht stattfand", sagte Staatsanwältin Ursula Fiebig. Denn aufgrund der Blutentnahme zu verschiedenen Zeiten war alsbald klar, dass Melanie L. rund zwei Promille intus und bereits ein Alkoholabbau eingesetzt hatte. Gestern erklärte sie, sich nur noch an den Aufprall erinnern zu können, nicht an Details.

Die "hochgefährliche Geschichte", so Richter Blaschke, kommt die zur Tatzeit arbeitslose Frau, die schon verschiedene Gelegenheitsjobs übernommen hatte, teuer zu stehen. Er verhängte - wie von der Staatsanwältin beantragt - ein Jahr und acht Monate Haft. Ohne Bewährung. Dass keine Menschen zu Schaden kamen, sei ein großes Glück gewesen. Denn der Freisitz würde selbst in jener Jahreszeit oft von Rauchern genutzt. "Die hätten sie komplett umgefahren", meinte der Richter. Er sprach die Mutter einer zweijährigen Tochter, die derzeit im Heim lebt, wegen vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung, Unfallflucht und weiterer Delikte schuldig.

Zwar schwor sie: "Ich will mein Leben komplett umkrempeln." Wegen ihrer Alkoholprobleme sei sie auch bereit, sich einer Therapie zu unterziehen, warb Verteidiger Frank Razeng um Milde. Doch ernsthafte Bemühungen sahen weder Richter noch Staatsanwältin. So war die vorbestrafte Angeklagte zum ersten Prozesstermin im Juli gar nicht erst erschienen. Blaschke erließ daraufhin Haftbefehl (die LVZ berichtete). Seit ihrer Festnahme am 26. August saß L. hinter Gittern, kam gestern (keine Fluchtgefahr) wieder auf freien Fuß. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, erhält sie eine Ladung zum Strafantritt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.09.2013

Kreuz, Sabine

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