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Kellnerin gesteht Crystal-Schmuggel hinter Gitter - Gericht stellt mildere Strafe in Aussicht

Kellnerin gesteht Crystal-Schmuggel hinter Gitter - Gericht stellt mildere Strafe in Aussicht

Sie hat gestanden: Im Prozess um den bandenmäßigen Schmuggel von Drogen in die Leipziger Justizvollzugsanstalt hat Angeklagte Anja P. (33) die gegen sie erhobenen Vorwürfe eingeräumt.

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Im Prozess um den bandenmäßigen Schmuggel von Drogen in die Leipziger Justizvollzugsanstalt hat die Angeklagte Anja P. gestanden.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Das Gericht hatte der Kellnerin im Falle eines Geständnisses eine mildere Strafe zugesichert.

Ermittler von Polizei und Zoll schilderten am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht die monatelange Jagd nach der Dealerbande. Bereits 2011 überwachten Kriminalisten die Telefone mehrerer Verdächtiger aus der Rauschgiftszene in Sachsen-Anhalt, etwa in Wittenberg und Jessen. Im Juni 2012 stellten sie anhand der Geokoordinaten fest, dass einer der observierten Männer nach Leipzig fuhr - um ein Drogengeschäft abzuwickeln, wie sich herausstellte. Dabei sei auch der Name und die Adresse von Anja P. in Engelsdorf das erste Mal aufgetaucht, so ein Kriminalist aus Sachsen-Anhalt.

Wie berichtet, listet die Anklage gegen die Leipzigerin etliche Crystal-Verkäufe an Dealer auf - 100 Gramm für 3000 Euro - die den Stoff dann hauptsächlich in Wittenberg, Jessen und Bitterfeld verkauften. Anja P. soll nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft innerhalb der Bande, die kiloweise Crystal aus Tschechien holte, für den Verkauf des Stoffs zuständig und darüber hinaus in eine Vielzahl illegaler Geschäfte verwickelt gewesen sein, etwa den Verkauf von zehn Kilo Marihuana.

Der Hauptvorwurf betrifft jedoch den Schmuggel von Rauschgift hinter Gitter. Dabei hat Anja P. laut Anklageschrift unter anderem Kuriere rekrutiert, die das von ihr in Überraschungseiern versteckte Crystal über die Gefängnismauern geworfen haben.

Die Bande soll auch den JVA-Beamten Marcel K. (36) für ihre Zwecke eingespannt haben. Gegen den mittlerweile suspendierten Mann wird ermittelt, ebenso wie gegen ein weiteres Bandenmitglied. Im Fall von Häftling Ayhan I. (40), der den Crystal-Verkauf im Knast managte, ist bereits Anklage erhoben worden (die LVZ berichtete).

Für Anja P. könnte bereits nächsten Donnerstag ein Urteil ergehen. Über ihren Anwalt ließ sie gestern knapp erklären, dass sie alle in der Anklage aufgelisteten Vorwürfe einräumt. Ihr werden 23 Taten, neben Drogenhandel auch Bestechung, angelastet. Für ein Geständnis war ihr vom Vorsitzenden Richter Rüdiger Harr eine Haftstrafe von sechseinhalb bis sieben Jahren zugesichert worden - andernfalls hätten es auch mehr als zehn Jahre sein können. Allerdings müsse ein solches "schlankes Geständnis" verifiziert werden, so Harr. Denn zu Komplizen und Details des Crystal-Schmuggels sagte Anja P. auch gestern kein Sterbenswort.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.01.2014

Frank Döring

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