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Polizeiticker Leipzig Kind missbraucht: Horror-Paar muss für ein Jahrzehnt in Haft
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Kind missbraucht: Horror-Paar muss für ein Jahrzehnt in Haft
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21:35 07.11.2018
Sie machten sich schwerster Verbrechen schuldig: Die Angeklagten Andreas S. und Heike H. (v. l.) vor dem Landgericht Leipzig. Justizbeamte brachten die beiden, die in Untersuchungshaft sitzen, in den Verhandlungssaal. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Als „besonders widerwärtig“ bezeichnete der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr, was eine Mutter aus Leipzig ihrem Baby „Schreckliches angetan“ hat. Mit ihrem Partner fesselte, missbrauchte und filmte sie ihre kleine Tochter, um die Dateien über einschlägige Chats im Internet zu verbreiten.

Die 8. Strafkammer des Landgerichts verhängte am Mittwoch nach eigener Einschätzung „drastische Strafen“ und übertraf damit die Forderungen der Staatsanwaltschaft. Laut Urteil muss Heike H. (45) für zehn Jahre und neun Monate ins Gefängnis; ihr Partner Andreas S. (39) für neun Jahre und sechs Monate.

Sie wurden des schweren sexuellen Missbrauchs beziehungsweise der Beihilfe dazu sowie des Herstellens kinderpornografischer Schriften und weiterer Delikte schuldig gesprochen. Die Richter hielten 26 von der Frau verübte Straftaten für erwiesen und 16 von dem Mann. Während der Tatzeit zwischen 2014 und 2017 war das Mädchen gerade einmal etwa ein bis vier Jahre alt.

„Mann war treibende Kraft“

„Das ist ein Fall, den ich in meinen 25 Berufsjahren noch nicht auf dem Tisch hatte“, sagte Richter Harr. „Es ist besonders abstoßend“, was dem Kleinstkind widerfuhr. Das Opfer sei auch gefesselt und penetriert worden.

„Der Mann war die treibende Kraft, er fühlte sich sexuell stimuliert. Und die Angeklagte hat sich blind gefügt, um ihn nicht zu verlieren. Sie hat auch eigene Vorschläge eingebracht. Trotz ihrer Intelligenzminderung war beiden klar, was sie tun“, hieß es in der Urteilsbegründung. In den meisten Fällen handelte es sich bei dem Tatort um die Wohnung der Mutter in der Mockauer Leonhardtstraße.

Staatsanwältin Jana Kalex hatte teils eine andere rechtliche Würdigung vorgenommen und für Heike H. neuneinhalb Jahre und Andreas S. siebeneinhalb Jahre beantragt. Die Verteidigung plädierte auf weitaus mildere Sanktionen. Ob Revision eingelegt wird, war am Mittwoch noch unklar.

Noch höhere Strafe ohne Geständnis

Beide Angeklagte zeigten keinerlei Regung bei der Verkündung der Strafhöhe. Sie hatten die schweren Vorwürfe in dem bereits seit 20. August laufenden Prozess eingeräumt – Andreas S. allerdings erst unmittelbar vor der Urteilsverkündung. Ohne Geständnis wären die Freiheitsstrafen noch höher ausgefallen. Daran ließ Richter Harr keinen Zweifel. Man habe aber „kein Exempel statuieren“ wollen, die Sanktionen seien schuld- und tatangemessen.

Das jetzt fünf Jahre alte Mädchen ist laut Gericht „extrem traumatisiert“. Es lebt im Heim; der Mutter ist das Sorgerecht entzogen worden. Welche Auswirkungen der schlimme sexuelle Missbrauch haben wird, sei derzeit noch nicht vorhersehbar. Sachverständige bezeichneten es als schwierig, eine Langzeitprognose abzugeben. Das Mädchen sei, so Anwältin Anja Truthmann, die dessen Interessen vor Gericht vertrat, „Fremden gegenüber extrem verschlossen“.

Von Sabine Kreuz

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