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Kinder über Jahre hinweg missbraucht – Prozess in Leipzig

84 Fälle Kinder über Jahre hinweg missbraucht – Prozess in Leipzig

Ein 48-jähriger Leipziger hat laut Staatsanwaltschaft zwischen 2011 und 2016 mehrere Kinder sexuell missbraucht. Zum Prozessauftakt im Leipziger Landgericht warf Anklagevertreterin Jana Kalex dem Beschuldigten Karsten S. 84 Fälle vor.

Angeklagter Karsten S. zum Prozessauftakt mit seinem Verteidiger Malte Heise (links).
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig.  Er quälte seine Opfer teilweise jahrelang und filmte die Übergriffe auch noch: Ein 48-jähriger Leipziger hat nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zwischen Juli 2011 und August 2016 mehrere Kinder sexuell missbraucht. Zum Prozessauftakt am Montag im Leipziger Landgericht warf Anklagevertreterin Jana Kalex dem Beschuldigten Karsten S. 84 Fälle vor.

Besonders zu leiden hatten zwei Jungen, geboren in den Jahren 2002 und 2003. Die beiden Söhne seiner damaligen Lebensgefährtin soll Karsten S. über Jahre hinweg immer wieder missbraucht und dabei gefilmt oder fotografiert haben. Während er wochentags in seiner Wohnung war, kam Karsten S. an den Wochenenden in die Paunsdorfer Wohnung der Familie. „Er hat dort auch Erziehungsaufgaben wahrgenommen“, so Staatsanwältin Kalex. Doch die Vaterfigur nutzte ihre Macht laut Anklage immer wieder aus, um die Kinder zu sexuellen Handlungen zu zwingen, nicht einmal an Weihnachten ließ er sie in Ruhe. Einmal soll er die Brüder aufgefordert haben, nackt in der Küche zu posieren. Als sie sich beschämt bedeckten, habe er sie weggestoßen. Ein Kind bettelte, er solle aufhören. Doch Karsten S. habe nur geantwortet: „Eure Mutter kommt noch lange nicht nach Hause.“

Die Übergriffe fanden nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft sowohl im Kinderzimmer, als auch im Wohnzimmer sowie in der Badewanne und beim Duschen statt. Und jedes Mal soll der Angeklagte Aufnahmen seiner Taten gemacht haben, weshalb ihm neben schweren sexuellen Missbrauchs auch der Erwerb kinderpornografischer Schriften vorgeworfen wird. Besonders perfide: Einer der Jungen wurde von dem Mann laut Anklageschrift sogar gezwungen, sich vor dem Spiegel in bestimmten Posen selbst nackt zu filmen. Karsten S. soll auch kein Erbarmen gekannt haben, wenn die Jungs Schmerzen hatten und ihn anflehten, aufzuhören.

Zu den Opfern gehörten nach Informationen der Staatsanwaltschaft weitere Kinder, die zeitweise in der Wohnung übernachteten. Die Anklage listet sexuelle Übergriffe auf drei Mädchen auf, die zum Tatzeitpunkt vier, sechs und sieben Jahre alt waren. Die Fälle ereigneten sich 2012, 2014 und 2015.

Der Angeklagte will zum nächsten Verhandlungstag am 15. Juni eine Erklärung abgeben, kündigte dessen Verteidiger Malte Heise am Montag an. Die 2. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Michael Dahms hat insgesamt noch vier Prozesstermine geplant, ein Urteil wird demnach für Anfang Juli erwartet. Wie es gestern hieß, droht dem gelernten Zerspanungsfacharbeiter bei einer Verurteilung auch Sicherungsverwahrung.

Von Frank Döring

Leipzig 51.339695 12.373075
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