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Kinderbande: Philipp S. auf freiem Fuß

Landgericht Leipzig Kinderbande: Philipp S. auf freiem Fuß

Einer der Anführer der berühmt-berüchtigten Leipziger Kinderbande, Philipp S., ist wieder auf freiem Fuß. Das Landgericht billigte ihm am Mittwoch in einem Berufungsprozess um Bandendiebstahl Bewährung zu. Zwillingsbruder Paul S. ist noch in Haft. Die mittlerweile 16-Jährigen hatten Geschäftsleute in ganz Leipzig terrorisiert.

Das Landgericht Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Einer der Rädelsführer der berühmt-berüchtigten Kinderbande aus Leipzig ist wieder auf freiem Fuß. Das Landgericht billigte am Mittwoch Philipp S., inzwischen 16 Jahre alt, wegen Bandendiebstahls eine Jugendstrafe von sieben Monaten auf Bewährung zu. Wegen seines jugendlichen Alters lief die Berufungsverhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nach Angaben von Gerichtssprecher Hans Jagenlauf ist das Urteil „aufgrund allseitigen Rechtsmittelverzichts bereits rechtskräftig“.

Philipps Zwillingsbruder Paul S. hingegen sitzt noch hinter Gittern. Das Amtsgericht verhängte am 22. Juni dieses Jahres zweieinhalb Jahre Haft gegen ihn, wobei mehrere Vorverurteilungen wegen vielfachen schweren Bandendiebstahls einflossen. Die Brüder, nach Ansicht von Ermittlern die Anführer der Bande, mussten sich mit Mittätern verantworten. Sie hatten am 18. Februar 2015 im Allee-Center in Grünau vier Fernseher erbeutet. Bei der Aktion wurde zudem eine Kundin verletzt. Die Geräte veräußerte die Clique schließlich in einem An- und Verkauf. Motiv: Sie wollte damit ihren Lebensunterhalt sowie Drogen finanzieren.

Philipp S., der weniger Vorstrafen als Paul „mitbrachte“, erhielt laut Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz in dieser Juni-Verhandlung 15 Monate Haft ohne Bewährung, wogegen er in Berufung ging. Nach der Verbüßung von acht Monaten in der Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen wurde er bereits Anfang November entlassen. Das aktuelle Urteil entsprach dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Als Auflagen erhielt Philipp S., ein berufsvorbereitendes Jahr anzutreten und 200 Arbeitsstunden zu leisten.

Die Zwillinge gelten als hartnäckige Rechtsbrecher. Bereits in noch nicht strafmündigem Alter waren sie 2012 bei der Polizei in 224 Fällen aktenkundig. Mit ihrer Bande hatten sie Geschäftsleite in ganz Leipzig terrorisiert. Die Trennung der Eltern 2008 stellte laut Jugendgerichtshilfe einen Bruch in der Entwicklung der Zwillinge dar. Die Eltern sind inzwischen wieder liiert.

Von Sabine Kreuz

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