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Polizeiticker Leipzig Kinderporno-Fall: Hausbesitzer kündigt Mietvertrag von 49-jährigem Leipziger
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23:59 14.05.2014

Beim ersten Verhandlungstermin am Mittwoch traf Zivilrichterin Susanne Pfuhl noch keine Entscheidung.

Der Stein kam Mitte Februar 2014 ins Rollen: Thomas S. musste sich wegen Kinderpornografie-Besitzes vor dem Leipziger Amtsgericht verantworten und wurde zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt (die LVZ berichtete). Bei einer Steuer-Razzia waren Fahnder im März 2010 eher zufällig auf Hunderte Sex-Dateien im Computer des damaligen Online-Firmen-Chefs gestoßen. Bei Durchsuchungen in seiner Wohnung in Gohlis wurden sie im Oktober und Dezember 2011 erneut fündig. Auch auf seinem Privat-PC fanden sich anstößige Fotos. Verteidigerin Astrid Koch gab eine Erklärung ab, dass die Anklage "zutreffend" sei. Daraufhin verzichtete das Gericht auf Zeugen. Wenig später legte der Beschuldigte aber Berufung gegen das Urteil ein.

Thomas S. war bereits 2007 in Tschechien wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen zu einer Haftstrafe von einem Jahr und einem Monat verurteilt worden - ohne Bewährung. Auf damalige Kinder-Sex-Fotos nahm ein Fernseh-Beitrag Bezug, der gleichfalls Mitte Februar 2014 im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den früheren Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD) ausgestrahlt worden war. Auch hier ging es um Kinderporno-Verdacht.

Nach diesen Berichterstattungen trat Thomas S., der mit seiner jetzigen Lebensgefährtin zwei Kinder hat, als Elternsprecher einer Schule in Leipzig zurück. LVZ-Informationen zufolge verlor er auch seinen Angestellten-Posten bei einer Versicherungsgesellschaft. Nun sprach ihm auch noch der Eigentümer eines in Rekonstruktion befindlichen Mehrfamilienhauses aus der Angerstraße am 22. April 2014 die fristlose Kündigung für das bereits im Vorjahr geschlossene Mietverhältnis aus. In die Fünf-Raum-Wohnung mit Garten wollte S. samt Familie in Kürze ziehen. Die Focus-Verwaltung vermietete die Wohnung inzwischen an andere Interessenten. "Die Übergabe erfolgte am 9. Mai", so gestern Anwalt Frank J. Schäker. Mit einem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung wollte Thomas S. die Übergabe der Räume an Dritte verhindern. Richterin Pfuhl signalisierte gestern bereits: Wurden zwei Mietverträge abgeschlossen, hat nicht zwangsläufig der zuerst unterzeichnete Priorität.

Eine Entscheidung ergeht voraussichtlich am 4. Juni.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2014

Kreuz, Sabine

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