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Polizeiticker Leipzig Kinderpornos: Firmenchef fliegt per Zufall auf
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Kinderpornos: Firmenchef fliegt per Zufall auf
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23:59 18.02.2014
Quelle: dpa

saß wie erstarrt auf seinem Platz, nickte leicht. Im März 2010 war der Geschäftsführer einer auf den Zahlungsverkehr im Internet spezialisierten Firma aufgeflogen. Bei einer Steuer-Razzia (im Zusammenhang mit einer Partner-Firma in Niedersachsen) stellten Fahnder Hunderte Dateien mit Sex-Bildern auf seinem Dienstcomputer sicher und leiteten ein Verfahren wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften ein - derselbe Straftatbestand, weshalb aktuell auch gegen den früheren Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD) ermittelt wird.

Thomas S. fühlte sich seinerzeit aber offenbar sicher. Denn als Fahnder viel später - im Oktober sowie Dezember 2011 - seine Wohnung in Gohlis durchsuchten, wurden sie erneut fündig. Auch auf dem Privat-PC - der studierte Sozialpädagoge war inzwischen selbstständiger Berater - gab es verfängliches Material. Doch erstmals am Dienstag legte der nunmehrige Angestellte ein Geständnis ab. Seine Anwältin Astrid Koch gab eine Erklärung ab, dass die Anklage "zutreffend" sei. Als erschwerend betrachtete das Gericht, dass der Mann bereits 2007 von einem tschechischen Gericht wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen zu einer Haftstrafe verurteilt worden war. Laut der gestrigen Entscheidung soll S. - Vater von vier Kindern, darunter zwei kleinen gemeinsamen mit seiner jetzigen Lebensgefährtin - an einer psychotherapeutischen Behandlung teilnehmen. "Sie müssen etwas tun, damit es keine Wiederholung gibt", so die Richterin. Staatsanwaltschaft wie Verteidigung hatten auf eine Bewährungsstrafe plädiert.

Weitere Urteile wegen Kinderpornografie in Leipzig: Zweieinhalb Jahre Haft lautete 2008 die Strafe für einen Kinderpornohändler aus Leipzig, der seit 2002 Kunden in ganz Euro beliefert hatte.

2005 erhielt ein Bundeswehr-Unteroffizier aus der General-Olbricht-Kaserne knapp 3000 Euro Strafe. Er hatte dutzende Dateien, wurde fristlos entlassen.

2004 wurde ein Rechtsanwalt zu 900 Euro verurteilt. Angeblich wollte er zum Thema Kinderporno-Besitz recherchieren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.02.2014

Sabine Kreuz

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