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Kindesentführung in Leipzig und schwere Vergewaltigung: Prozess ab Ende November

Opfer ist zwölf Jahre alt Kindesentführung in Leipzig und schwere Vergewaltigung: Prozess ab Ende November

Der Fall berührte und erschütterte in ganz Deutschland: Am 7. Juni 2017 hat ein 36 Jahre alter Leipziger ein Mädchen entführt und sexuell missbraucht. Am 28. November beginnt der Prozess.

Landgericht Leipzig: Der Prozess um Entführung und Vergewaltigung eines Kindes beginnt am 28. November 2017.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Der Fall berührte und erschütterte in ganz Deutschland: Am 7. Juni dieses Jahres hat ein 36 Jahre alter Leipziger ein Mädchen entführt und sexuell missbraucht. Die Zwölfjährige konnte aus dem Transporter des Kidnappers einen Notruf absetzen, daher von der Polizei geortet und schließlich befreit werden. Drei Stunden war das Kind in der Gewalt des Täters. Ende November beginnt der Prozess gegen den Beschuldigten Frank L. am Landgericht Leipzig. Wie ein Sprecher am Dienstag auf LVZ-Anfrage bestätigte, plant die 3. Strafkammer bislang drei Verhandlungstage ein: den 28. November sowie den 5. und 6. Dezember.

Der 7. Juni 2017 – er wurde zum Albtraum für das Mädchen. Laut Anklage hat Frank L., ein Kraftfahrzeugmechaniker, die Zwölfjährige, die im Leipziger Südwesten auf dem Weg von der Schule nach Hause war, mit Gewalt in sein Fahrzeug gezerrt und dort eingesperrt. Das Martyrium begann um 15.30 Uhr in der Knautnaundorfer Straße. „Der Transporter war am Vortag angemietet und von dem Beschuldigten hergerichtet worden“, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Der Mann soll die Scheiben zugeklebt und mehrere Türen von innen so präpariert haben, dass sie das Opfer nicht öffnen konnte. „An der Hecktür fehlte der Öffnungshebel“, sagte der Gerichtssprecher. Weitere Türgriffe seien mit Schrauben und einem Winkelblech gesichert gewesen. „Nachdem der Angeklagte in einen Feldweg eingebogen war, hat er das Kind missbraucht“, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Danach habe Frank L. dem Mädchen versprochen, es nach Hause zu bringen. Die Ankläger gehen aber davon aus, dass er es noch an einen anderen Ort fahren und erneut missbrauchen wollte. Auf dem Weg dorthin, in den Burgenlandkreis nach Sachsen-Anhalt, konnte die Polizei den Miettransporter lokalisieren und in Söhesten nahe Lützen kurz vor 18.30 Uhr stoppen. Das Mädchen hatte mit seinem Handy den Notruf gewählt – es war für sein cleveres Verhalten von der Polizei sehr gelobt worden.

Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft

Frank L., geboren in Weißenfels in Sachsen-Anhalt, wurde festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Er ist wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften bereits vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun schwere Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauch, Freiheitsberaubung, vorsätzliche Körperverletzung und Entziehung Minderjähriger vor, sagte der Sprecher des Gerichts am Dienstag. Dem Angeklagten droht eine lange Freiheitsstrafe.

So wurde ein anderer Täter aus Leipzig in einem bereits länger zurückliegenden Kindesentführungs-Fall zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Die Entscheidung des Landgericht Leipzigs vorm Januar 2014 wurde rechtskräftig. Der damals angeklagte 28-jährige Mario F. hatte eine Elfjährige aus Leipzig-Grünau entführt. Das Verschwinden des Mädchens Ende 2011/Anfang 2012 hatte auch bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Drei Wochen galt die Kleine als vermisst, die Polizei suchte verzweifelt. Mit ihrem Entführer – Kraftfahrer Mario F. hatte eine Art Liebesbeziehung zu dem Kind entwickelt – konnte die Elfjährige schließlich in Berlin aufgegriffen werden. Der Schuldspruch gegen ihn lautete auf Kindesentziehung und schweren sexuellen Missbrauch.

Die Umstände in dem aktuellen Fall liegen jedoch anders; die Vorwürfe sind gravierender, und die Liste der zur Last gelegten Verbrechen an dem zwölfjährigen Mädchen ist noch länger.

Von Sabine Kreuz

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