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Polizeiticker Leipzig Kirchentag gilt als potenzielles Anschlagsziel
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Kirchentag gilt als potenzielles Anschlagsziel
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12:51 23.05.2017
Die Polizei, hier bei einer Antiterrorübung am Hauptbahnhof, hat auch beim Kirchentag ein mögliches Anschlagsszenario im Blick.   Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

 Betonsperren, Einlasskontrollen und eine neu geschaffene besondere Aufbauorganisation: Mit einem Großaufgebot will die Leipziger Polizei am Kirchentagswochenende für Sicherheit sorgen. Das Ereignis mit bis zu 50 000 Besuchern gilt laut einer Gefährdungsanalyse als „ein mögliches Ziel für terroristische oder extremistische Handlungen“, so Polizeisprecher Andreas Loepki. „Konkrete Anhaltspunkte liegen derzeit aber nicht vor.“

Allein zum „Kirchentag auf dem Weg“ von Donnerstag bis Sonntag werden etwa 35 000 Dauergäste und 5000 Tagesgäste erwartet. Und es locken weitere Großveranstaltungen am langen Wochenende in die Messestadt: 98. Deutscher Röntgenkongress auf der Neuen Messe (24. bis 27. Mai), 19. Leipziger Bierbörse am Völkerschlachtdenkmal (25. bis 28. Mai), Konzerte von DJ Bobo in der Arena (26. Mai) und Depeche Mode mit 70 000 Besuchern auf der Festwiese (27. Mai). „Insofern wird im gesamten mehrtägigen Zeitfenster ein erhebliches Fußgänger- und Verkehrsaufkommen – insbesondere in den zentrumsnahen Bereichen – gegeben sein“, prognostizierte Loepki.

Damit sei auch ein „nochmals vermehrtes und anlassübliches Kriminalitätsaufkommen im Innenstadtbereich zu erwarten“, so der Polizeisprecher. Alle Veranstaltungen trügen zwar einen friedlichen Charakter. Aber gerade Taschendiebe und Antänzer nutzten derartige Großveranstaltungen für Beutezüge. Auch mit vermehrten Pkw-Aufbrüchen ist laut Polizei zu rechnen. Auf ein merklich erhöhtes Einsatzaufkommen richten sich die Beamten bereits am Männertag ein – da vor allem aufgrund zahlreicher alkoholisierter Personen inklusive diverser Ausfallerscheinungen.

Höchste Priorität genießt jedoch der Kirchentag unter dem Motto „Leipziger Stadtklang: Musik. Disput. Leben.“. Eigens hierfür bildete die Polizei eine besondere Aufbauorganisation, Einsatzkräfte werden speziell für diese Veranstaltung bereitgehalten. Ein Event mit internationaler Beteiligung, das derart im Fokus der Öffentlichkeit stehe und bei dem es Menschenansammlungen mit mehr als 5000 Personen geben werde, sei vor dem Hintergrund der gegenwärtig allerorts bestehenden latenten Terrorgefahr ein potenzielles Anschlagsziel, so die Polizei.

Deshalb wird es an den Veranstaltungsorten sicherheitsrelevante Einlasskontrollen oder Aufbauten geben, etwa mit Planen verkleidete Bauzäune und niedrige Absperrgitter. Damit sollen auch die Besucherströme gelenkt werden. Gegen terroristische Angriffe durch Fahrzeuge wird die Polizei rund um den Markt eigene Fahrzeuge als temporäre Zufahrtssperren aufstellen. Am Augustusplatz werden spezielle Betonelemente errichtet.

Während der großen Veranstaltungen am Freitag und Sonnabend, jeweils 17 bis 24 Uhr, werden die Mittelquerung des Augustusplatzes sowie die Goethestraße südlich der Einmündung Ritterstraße für den Kfz-Verkehr voll gesperrt, erklärte Loepki. In diesem Zeitraum fährt auch die Straßenbahn eine Umleitung. Am Grimmaischen Steinweg wird eine Ersatzhaltestelle eingerichtet. Mit der Sperrung der Goethestraße wird auch die dortige Fernbushaltestelle außer Kraft gesetzt. Geschlossen ist in dieser Zeit die vor dem Paulinum liegende zentrale Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage Augustusplatz. „Die Nutzung der Tiefgarage bleibt jedoch über die Einfahrt Oper/Georgiring sowie die Ausfahrt Oper/Goethestraße möglich“, so der Polizeisprecher. „Die Notausgänge bleiben geöffnet und werden in die auf dem Platz frei gehaltenen Rettungsgassen integriert.“

Neben der Absicherung des Kirchentagsprogramms muss sich die Polizei auch um diverse Schutzpersonen kümmern, die in den kommenden Tagen in Leipzig sein werden. Und auch angemeldete Proteste gegen den Kirchentag sind abzusichern. So ist etwa am Freitag eine „Kunstaktion mit politischer Willensbildung gegen die verfassungswidrige Subvention von Kirchentagen“ geplant. Und unter dem Motto „Wer Juden hasst, hat Luther verstanden“ soll am Sonnabend ein Aufzug vom Connewitzer Kreuz bis zum Neues Rathaus stattfinden.

Von Frank Döring

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