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Polizeiticker Leipzig Kratzen, treten, beißen in der Leipziger Straßenbahn: Angriff auf LVB-Kontrolleure
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Kratzen, treten, beißen in der Leipziger Straßenbahn: Angriff auf LVB-Kontrolleure
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23:59 27.10.2014
Eine Haltestelle der LVB in Leipzig. (Archivbild) Quelle: dpa
Leipzig

Von diesem Szenario am Abend des 11. Juli 2012 geht die Staatsanwaltschaft aus. Sie lastete der einstigen Bahn-Besucherin am Montag am Amtsgericht außer Leistungserschleichung auch noch gefährliche Körperverletzung und räuberische Erpressung an.

"Die Angeklagte entschloss sich, die Flucht zu erzwingen", sagte Staatsanwältin Wienke Naumann. So habe die 35-Jährige, die von zwei Kontrolleuren auf dem Platz verfolgt worden war, versucht, einen der beiden in den Unterarm zu beißen und ihn zu bespucken. "Als ihr das nicht gelang, kratzte sie ihn, fügte ihm Schürfwunden zu", so die Staatsanwältin weiter. "Sie warf sich zu Boden und trat nach dem Kontrolleur. Als ihm der Kollege zu Hilfe kam und die Füße festhalten wollte, trat sie gegen dessen Kopf und ins Gesicht." Der Geschädigte erlitt eine blutende, gebrochene Nase. "Danach konnte sich die Frau losreißen und flüchten."

Anklage im Juli diesen Jahres

Erst im Juli dieses Jahres erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die 35-jährige Leipzigerin. "Ja, es gab die tätliche Auseinandersetzung", sagte gestern Verteidigerin Anja Truthmann. "Meine Mandantin wehrte sich mit Händen, Füßen und Zähnen. Aber sie hat die Situation verkannt. Sie empfand diese als Angriff, nicht als Kontrolle", ergänzte die Anwältin. Manuela E., die in der Vergangenheit schon öfter Opfer massiver Gewalt geworden sei, habe immer wieder von "bedrohlich wirkenden Männern" gesprochen.

Zudem sei die 35-Jährige unter anderem wegen wahnhafter Störungen in psychotherapeutischer Behandlung, nehme zudem Medikamente. Nach dieser Erklärung vertagte Amtsrichterin Ines Walther den Prozess auf unbestimmte Zeit. Grund: Ein Psychiater soll zunächst in einem Gutachten einschätzen, ob Manuela E. damals in ihrer Steuerungsfähigkeit beeinträchtigt und daher womöglich vermindert schuldfähig war.

Wie berichtet, sind Kontrolleure in Bussen und Bahnen immer wieder massiven Attacken ausgesetzt. Nach Angaben der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) wurden 2013 in Leipzig fast 44 000 Fahrgäste ohne Fahrschein erwischt. Es gab 16 gewalttätige Übergriffe. Außerdem würden Fahrgäste ohne Ticket auch mit Ausreden versuchen, um die Strafzahlung herumzukommen, so die LVB. Durch Schwarzfahrer entgehen dem Unternehmen jährlich bis zu zwei Millionen Euro.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.10.2014

Kreuz, Sabine

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