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Krimiautorin nach Lesung aus Buch über Ehrenmord verprügelt

Krimiautorin nach Lesung aus Buch über Ehrenmord verprügelt

Attackiert, gedemütigt und geschlagen: Die Essener Krimiautorin Astrid Korten wurde eigenen Angaben zufolge am Vorabend der Leipziger Buchmesse nach einer Lesung verprügelt.

Leipzig. Nach der Vorstellung ihres Romans "Eiskalter Plan - Im Netz der Rache" sei sie am Donnerstagabend, 11. März, auf dem Weg zum Hotel in der Hahnemannstraße in Altlindenau von zwei jungen Männern angegriffen worden, erklärte sie gegenüber der Zeitung "Die Welt".

Die Jugendlichen, bei denen Korten vermutet, dass es sich eventuell um Muslime handelt, hätten sie einen "Feind Allahs" genannt, die 53-Jährige zu Boden gestoßen und in den Magen getreten. In ihrem Buch, dass die Autorin in der Mädlervilla Leipzig vorstellte, geht es unter anderem um das Thema Ehrenmord. Der Angreifer habe zu ihr gesagt, jeder Mann "hätte das Recht, mich mit Füßen zu treten, wenn ich behaupten würde, dass islamische Männer ihre Tochter töten würden", sagte sie der "Welt".

Die Schriftstellerin nimmt nach eigenen Angaben Magen- und Schmerzmittel, sowie leichte Beruhigungstabletten. Den Grund, weshalb sie solange gewartet hat, mit ihrem Erlebnis an die Öffentlichkeit zu gehen, erklärt Korten so: "Ich wollte den Übergriff zunächst totschweigen, um mich und andere zu schützen." Dann aber habe sie sich nach einigen Abwägungen entschlossen, doch darüber zu sprechen. "Ich lasse mich nicht mundtot machen".

Gegenüber der LVZ wollte sich Korten nicht noch einmal direkt zu dem Angriff äußern: "Ich habe keine Lust, noch einmal darüber zu sprechen. Mir geht es auch immer noch nicht gut", sagte sie auf Anfrage. Mit ihrem Schritt an die Öffentlichkeit wolle sie jedoch keinesfalls Vorurteile gegenüber Muslimen befeuern: Sie hoffe, dass der Übergriff nicht zu einer pauschalen Kriminalisierung führe.

"Ich habe per Fax Strafanzeige erstattet", sagte Korten gestern der LVZ. Bis gestern Nachmittag war bei der Polizeidirektion Leipzig noch keine Anzeige eingegangen, so Behördensprecher Uwe Voigt. Deshalb werde in diesem Fall auch noch nicht ermittelt. "Die Polizei hat von einem solchen Vorfall bisher keinerlei Kenntnis", so Voigt - abgesehen von den veröffentlichten Aussagen der Autorin. So gebe es bisher auch keine Hinweise von Anwohnern oder anderen Zeugen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.03.2015

Döring, Frank

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