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Kriminelle Umarmer: Leipziger Polizei nimmt vier Verdächtige in Haft

Kriminelle Umarmer: Leipziger Polizei nimmt vier Verdächtige in Haft

So schnell werden sie wohl niemanden mehr umarmen: Vier Männer sind nach einer Serie von sehr speziellen Übergriffen auf Leipziger Nachtschwärmer festgenommen worden.

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Quelle: Stephan Jansen

Leipzig. Ihre Masche: Sie nahmen ihre Opfer fest und scheinbar überschwänglich in den Arm - und raubten die arglosen Passanten schließlich aus.

So schnell werden sie wohl niemanden mehr umarmen: Vier Männer sind nach einer Serie von sehr speziellen Übergriffen auf Leipziger Nachtschwärmer festgenommen worden. Ihre Masche: Sie nahmen ihre Opfer fest und scheinbar überschwänglich in den Arm - und raubten die arglosen Passanten schließlich aus. Nachdem die LVZ Anfang April ausführlich über die Praktiken der Umarmer und eine erhebliche Zunahme an derartigen Delikten berichtet hatte, gelang der Polizei nun ein Ermittlungserfolg.

"Im Zuge umfangreicher Ermittlungen des Raubkommissariates der Polizeidirektion Leipzig konnten in den letzten Wochen vier Täter identifiziert und festgenommen werden", berichtete gestern Behördensprecherin Katharina Geyer. Bereits am 25. April sei ein 24-Jähriger Libyer gefasst worden. Dieser steht im Verdacht, am 9. März mit zwei Komplizen einem 33-Jährigen Handy und Portemonnaie geraubt zu haben. Das Opfer hatte kurz zuvor ein Lokal in der Universitätsstraße verlassen, wurde umklammert und in ein Gebüsch gezogen. Dort durchsuchten die Täter sämtliche Taschen des Mannes.

Am Mittwoch fassten die Ermittler zwei Marokkaner (24, 37), die am 27. April einen jungen Mann (21) fest gedrückt und ihm das Mobiltelefon aus der Hand gerissen haben sollen. Als der Handy-Besitzer sein Eigentum später von einem dritten Marokkaner (18) zurückforderte, so Geyer, "wurde er mit Faustschlägen traktiert". Dieser Schläger sitzt bereits seit dem vergangenen Sonntag in Untersuchungshaft.

Die Masche des Umarmens oder auch Antanzens ist in der Messestadt noch ziemlich neu. Allein seit Januar dieses Jahres schlugen diese Täter mehr als 15 Mal zu. Zum Vergleich: im ersten Halbjahr 2013 wurde lediglich zwei derartige Vorkommnisse bekannt. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Fallzahlen womöglich noch höher sind, denn eine umfassende Information zur Statistik in diesem speziellen Straftatenbereich liegt bislang nicht vor. Jagdreviere der harmlos scheinenden Täter sind etwa Fußgängerpassagen sowie Warteschlangen vor Diskotheken und Clubs. Besonders alkoholisierte Nachtschwärmer fallen ins Beuteschema. Aufgrund der starken Zunahme an Fällen ließ die Polizei auch zunehmend zivile Beamte ins Nachtleben einsickern, um die Täter womöglich auf frischer Tat schnappen zu können.

Derzeit wird geprüft, ob auf das Konto der vier inhaftierten Verdächtigen noch weitere Raubzüge mit diesem Modus Operandi gehen. Ausgeschlossen sei dies nach Angaben der Polizei nicht. Denn wer damit Erfolg hat, dürfte es wohl nicht nur bei einem Versuch belassen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2014

Frank Döring

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