Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig Kripo sichert Spuren in Brandhaus
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Kripo sichert Spuren in Brandhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:17 27.11.2018
Wegen des Brandes in der Eisenbahnstraße mussten Mieter auch über Sprungpolster gerettet werden. Quelle: Holger Baumgärtner
Leipzig

Nach dem verheerenden Feuer in der Nacht zum Montag in einem Wohnhaus in der Leipziger Eisenbahnstraße hat die Kripo am Tatort wichtige Spuren gesichert. „Der Brandursachenermittler hat Feststellungen getroffen, die ermittlungsrelevant sind“, sagte Polizeisprecher Andreas Loepki am Dienstag auf LVZ-Anfrage. „Da sie aber Täterwissen darstellen, werden wir dazu keine näheren Angaben machen“. Auch zur Frage, ob das Feuer womöglich an mehreren Stellen gelegt wurde, hielt er sich bedeckt. Bei den Untersuchungen der Experten habe sich allerdings bestätigt, was bereits am Montag klar war: Der Brand wurde vorsätzlich gelegt und ist keine Folge von Fahrlässigkeit.

Gegen 1.30 Uhr war das Feuer im Erdgeschoss des Mietshauses ausgebrochen. Rasend schnell fraßen sich die Flammen bis in die erste Etage, wie in einem Kamin breiteten sie sich nach oben aus. Weil das Treppenhaus als einziger Fluchtweg versperrt war, musste die Feuerwehr 15 Menschen über eine Drehleiter retten, zwei Bewohner sprangen aus dem Fenster in ein Luftpolster. Vier Mietern gelang die Rettung auf eigene Faust. Zwölf Betroffene erlitten Rauchgasvergiftungen, drei kamen deshalb sogar zur Behandlung in eine Klinik. Bis ihre Wohnungen wieder bewohnbar sind, wird es nach Behördenangaben wohl noch Wochen dauern.

Hohe Strafe droht

Eine konkrete Spur zum Feuerteufel gibt es nach Informationen der Polizei bislang nicht. Zumal die Kripo auch prüft, ob es sich um einen Wiederholungstäter handelt. Denn bereits im Dezember 2017 hatte es, wie berichtet, in dem Haus in der Eisenbahnstraße gebrannt, als ein unter der Holztreppe abgestellter Kinderwagen angezündet wurde. Bis heute ist der Täter unbekannt, nun werden die Akten des bereits eingestellten Verfahrens wieder hervorgeholt.

Die Tatvorwürfe sind allein im aktuellen Fall massiv: Die Staatsanwaltschaft ermittelt nunmehr wegen versuchten Mordes in 17 Fällen, konkretisierte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz Informationen vom Vortag, sowie besonders schwerer Brandstiftung. Die Strafen in solchen Fällen sind erheblich. Im Juni 2012 wurde ein 26-jähriger Markkleeberger wegen versuchten Mordes in elf Fällen und besonders schwerer Brandstiftung zu neun Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, nachdem er eine Matratze in einem Mehrfamilienhaus angezündet hatte. Ein 24-jähriger Leipziger bekam im Februar 2014 acht Jahre Knast, weil er in einem Connewitzer Wohnhaus Feuer gelegt und zehn Bewohner in Lebensgefahr gebracht hatte.

Zeugenhinweise unter 0341 96646666

Von Frank Döring

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Er wollte besonders unauffällig vorgehen, erreichte jedoch das Gegenteil: Ein 30-jähriger Leipziger wurde erwischt, als er Werkzeuge aus einem Baumarkt stehlen wollte. Im Anschluss führte er die Polizei zu einem gestohlenen Wagen.

27.11.2018

Ein Unbekannter ist am Wochenende in ein Kosmetikstudio im Peterssteinweg eingebrochen. Neben einer kleineren Geldsumme ließ er vor allem Pflegeprodukte mitgehen.

27.11.2018

Nahe der Autobahnauffahrt auf der B 181 bei Günthersdorf hat ein Transporterfahrer bei einem Unfall einen Minibagger verloren. Der Schaden wird mit 43 000 Euro angegeben.

27.11.2018