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Polizeiticker Leipzig LKA gelingt Schlag gegen Autoknacker am Leipziger Flughafen
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig LKA gelingt Schlag gegen Autoknacker am Leipziger Flughafen
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13:50 02.03.2017
Dem Landeskriminalamt (LKA) ist ein Schlag gegen Autodiebe am Flughafen Leipzig/Halle gelungen. Quelle: Armin Kühne
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Leipzig

Dem sächsischen Landeskriminalamt (LKA) ist ein Schlag gegen Autoknacker am Flughafen Leipzig/Halle gelungen. Zwei 30 und 35 Jahre alte Männer, die einer internationalen Diebesbande angehören sollen, wurden am Montag vergangener Woche am Airport bei einem Großeinsatz festgenommen. Die Ermittler der Soko „Kfz“ gehen davon aus, dass die beiden Polen in den letzten Jahren vor allem Audis aus dem Flughafenparkhaus und von den umliegenden Parkplätzen entwendeten, wie das LKA am Donnerstag mitteilte. „Für wie viele Fälle sie konkret verantwortlich waren, ist nun Teil der Ermittlungen. Wir gehen aber davon aus, dass es eine große Anzahl ist“, sagte LKA-Sprecher Tom Bernhardt .

Es ist der erste Fahndungserfolg der Soko „Kfz“ am größten mitteldeutschen Flughafen, den das LKA als „Hotspot“ beim Autoklau bezeichnete. Wie Bernhardt gegenüber LVZ.de mitteilte, gab es seit 2012 rund 150 Diebstahlsfälle rund um den Airport. Der entstandene Schaden beträgt nach Schätzungen mehrere Millionen Euro. Die Täter schlugen – trotz Videoüberwachung – meist unbehelligt und anonym zu. Die besonderen Bedingungen rund um den Flughafen, wie lange Abstellzeiten oder die späte Mitteilung über den Diebstahl – häufig nach einem Urlaub – hätten für die Ermittler immer wieder „erhebliche Probleme bei der Aufklärung“ dargestellt, so Bernhardt.

Täter gingen „minimal-invasiv“ vor

Die Soko „Kfz“ war den nun festgenommenen Verdächtigen bereits seit Monaten auf der Spur. Die Männer sitzen seit vergangenem Dienstag in Untersuchungshaft. Gegen einen der beiden Polen war bereits im Vorfeld ein Europäischer Haftbefehl wegen bandenmäßigen Kfz-Diebstahls erwirkt worden. Auch gegen den zweiten Verdächtigen setzte ein Ermittlungsrichter den Haftbefehl in Vollzug. Gefasst wurden die mutmaßlichen Profidiebe bei einer konzertierten Aktion, an der neben dem LKA auch Einsatzkräfte der Fahndungsgruppen aus den Polizeidirektionen Leipzig, Dresden und Chemnitz beteiligt waren.

Besonders im Fokus der Diebe: Die Parkhäuser am Flughafen Leipzig/Halle. Quelle: dpa

Laut den Ermittlern arbeitete die Bande am Flughafen hochprofessionell, arbeitsteilig und nach einem klaren System. Von der Erkundung der Fahrzeuge über den Diebstahl mit spezieller Software bis zum Abtransport, Zerlegen und Verkauf sei ein aufwändiges logistisches Netzwerk notwendig. „Die Täter gehen minimal-invasiv vor, wie ein guter Chirurg. Alles was beschädigt wird, verringert den Gewinn“, erläuterte Bernhardt. Welche Rolle die beiden Festgenommenen in dem Bandennetzwerk spielten, dazu laufen noch die Ermittlungen.

LKA fahndet nach Hintermännern

Ziel sei es nun, an die Hintermänner zu gelangen und die Strukturen zu zerschlagen. „Für uns geht die Arbeit jetzt erst richtig los. Wir reden hier über Bandenkriminalität, teilweise auch organisierte Kriminalität“, erklärte der LKA-Sprecher. Fahrzeuge oder Autoteile seien – anders als beim jüngsten Fund einer Zerlegehalle für geklaute Autos in Chemnitz – aber nicht sichergestellt worden. Für betroffene Autobesitzer gebe es ohnehin wenig Hoffnung, ihre Fahrzeuge zurückzuerhalten. Einerseits weil diese längst in alle Einzelteile zerlegt verkauft sein dürften. Zum anderen aus Versicherungsgründen: „Sobald ein Diebstahl über die Versicherung abgewickelt wurde, geht das Fahrzeug in deren Besitz über, sollte es wiedergefunden werden“, erläuterte Bernhardt.

Ob Reisende nun wieder beruhigt am Flughafen parken können, ist ungewiss. „Es wäre unrealistisch zu sagen, dass dort jetzt keine Autos mehr gestohlen werden“, räumte der LKA-Sprecher ein. Dies gelte auch dann, wenn die Hintermänner gefasst würden. „Zeitweilig wird es einen gewissen Effekt haben, aber früher oder später werden Neue kommen“, so Bernhardt. Die Polizei rät Autofahrern daher, zusätzlich zur Serienausstattung mechanische oder elektronische Kfz-Sicherungen in ihren Fahrzeugen installieren zu lassen.

Von Robert Nößler

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