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Lärmbeschwerden ohne Ende: Leipziger Polizei im sommerlichen Dauereinsatz

Lärmbeschwerden ohne Ende: Leipziger Polizei im sommerlichen Dauereinsatz

Es war kurz nach 4 Uhr, als die Polizei den Saft abdrehte: Mehr als 100 Partygänger feierten am Sonnabend am Südplatz, der von DJs und professioneller Musikanlage ausgiebig beschallt wurde.

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Grillen im Garten: Im Sommer spielt sich das Leben bis in die Abendstunden draußen ab. Doch sehr oft fühlen sich Nachbarn davon gestört.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die unangemeldete Open-Air-Disko war nur einer von unzähligen Lärm-Einsätzen der Polizei am Wochenende. Der Sommer ist in der Messestadt seit Jahren ein akustischer Problemfall.

"Ein großer Teil der Einsätze dreht sich vor allem in den warmen Monaten um das Problem Lärm", sagt Polizeisprecher Uwe Voigt. "Es gibt viele illegale Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet." So löste die Polizei Mitte Mai auf dem Gelände des ehemaligen Postbahnhofes in der Brandenburger Straße eine Party auf - bis 4 Uhr hatten rund 800 Gäste dort gefeiert. Zu einer illegalen Techno-Party in Plagwitz kamen sogar fast 1500 Leute.

Doch derlei Events - inzwischen ist eine lebhafte Debatte um Freiflächen für legale Szene-Partys entbrannt - sind keineswegs das einzige Problem. Häufig muss die Polizei auch bei nachbarschaftlichen Konflikten eingreifen - wenn etwa Grillabende auf Balkonen oder Partys auf Hinterhöfen das Missfallen von Anwohnern erregen. "Schade, dass sich die Leute oftmals nicht gütlich einigen können oder wollen", so ein Beamter. "Ein bisschen mehr Rücksichtnahme, Verständnis und Toleranz könnten manchmal helfen."

Allein in der Nacht von Freitag zu Sonnabend kamen nach Angaben der Polizei mehr als 60 Einsätze wegen ruhestörenden Lärms zusammen. Am zweiten Juli-Wochenende waren um die 130 Konfliktfälle zu lösen, so Voigt. Es gab aber auch schon Wochenenden mit deutlich mehr als 200 Lärm-Einsätzen. Nicht selten müssen die Einsatzkräfte mehrmals zum selben "Tatort" ausrücken.

So ging wegen der Open-Air-Party am Südplatz schon gegen 23 Uhr die erste Beschwerde ein. Beamte versuchten es zunächst mit einer Ermahnung, doch der Tanz an der Karl-Liebknecht-Straße ging mit voller Lautstärke weiter. Nach der dritten Beschwerde griff die Polizei ein paar Stunden später durch: Die DJ-Anlage wurde abgebaut, der Veranstalter wegen Ruhestörung angezeigt.

Mit ihrem Ordnungstelefon (0341) 123 88 88 bietet auch die Stadt Ansprechpartner bei Ruhestörung an, was dem Vernehmen nach rege genutzt wird. Doch häufig bleibt das Gros der Arbeit an der Polizei hängen. Am Wochenende meldete sich bei der Stadt lediglich eine Bandansage: "Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an."

Die Polizei gehe grundsätzlich allen Lärmbeschwerden nach, betont Voigt. "Aber wir müssen Prioritäten setzen", so der Polizeisprecher. Vorrang hätten zunächst Einsätze, bei denen Gefahr für Leib und Leben bestehe. Es folgen alle weiteren Straftaten - Raubüberfälle, Einbrüche, Diebstähle. Erst dann können sich die Beamten dem Befrieden von Lärmquellen widmen. Dies führe schon mal zu Wartezeiten, wirbt Voigt um Verständnis.

Zumal es in der Kriminalitätshochburg Leipzig auch ohne allnächtlichen Partylärm genug zu tun gibt für die Ordnungshüter: So waren am Sonnabend allein in der Zeit von 0 bis 16 Uhr mehr als 300 Einsätze abzuarbeiten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.07.2013

Frank Döring

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