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Landgericht Leipzig reduziert Strafe für Mörder - 13 Jahre Haft

Landgericht Leipzig reduziert Strafe für Mörder - 13 Jahre Haft

"Sie haben durch Ihr Verhalten sinnlos und grausam ein Menschenleben ausgelöscht", sprach der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf den Angeklagten gestern direkt an.

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Urteil am Landgericht Leipzig.

Quelle: dpa

Doch der 32-jährige Leipziger Sven O. zeigte keinerlei Regung. Das Landgericht verurteilte ihn zu 13 Jahren Haft wegen Mordes an einem Freund, dessen tiefgefrorene Leiche Anfang 2012 in einer Papiertonne in Volkmarsdorf entdeckt worden war. Die Richter reduzierten somit das in erster Instanz Ende 2012 verhängte "lebenslänglich".

Bei diesem Strafmaß hätte O. frühestens nach 15 Jahren auf Bewährung entlassen werden können. Doch nach der Revision von Verteidiger Jürgen Kohlen bestätigte der Bundesgerichtshof (BGH) zwar den Mord-Schuldspruch, die Sanktion sollte aber von einer anderen Strafkammer des Landgerichts überprüft werden. Grund: Sven O. stand zur Tatzeit erheblich unter Alkohol. Gemäß den Vorgaben des BGH könne somit nicht ausgeschlossen werden, dass die Schuldfähigkeit des Angeklagten eingeschränkt gewesen sei, hieß es in der gestrigen Urteilsbegründung. Möglicherweise hatte Sven O. am Tattag 3,5 oder sogar noch mehr Promille intus.

 Bei einem Trinkgelage in einer Wohnung in der Bautzmannstraße folterte er mit einem Komplizen den 42-jährigen Andreas M. am 31. Januar 2012 zu Tode und schändete danach noch dessen Leiche. Jagenlauf sprach gestern von einer "erheblichen Grausamkeit und Brutalität". Auslöser war ein Streit beim Kartenspiel um angeblich 20 Euro Schulden des späteren Opfers.

Schon in der Vergangenheit hatte der einstige Förderschüler, der immer auf staatliche Unterstützung angewiesen war, unter Alkoholeinfluss mehrere Körperverletzungsdelikte begangen. Laut seiner Vorstrafen-Akte trat und würgte er 2006 einen geistig Behinderten. Ein Jahr später misshandelte er die Mutter seiner sieben Kinder, so dass die Frau keine Luft mehr bekam. Sein Alkoholpegel lag da bei knapp drei Promille. Gleichfalls seine aktuelle Partnerin Cäcilia E. (51), in deren Wohnung der Mord an Andreas M. verübt wurde, zählte mehrfach zu den Opfern seiner Übergriffe. Cäcilia E. hatte sich am 8. Februar 2012, geplagt von Gewissensbissen, der Polizei gestellt. Danach wurde die Leiche in der Tonne entdeckt.

Auch Verteidiger Jürgen Kohlen plädierte gestern für 13 Jahre Haft. Am Tattag seien "Unmengen von Alkohol" getrunken worden. Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller bezweifelte jedoch, dass sich der alkoholgewöhnte Angeklagte in einem Rausch befunden habe. Er hielt Sven O. für voll schuldfähig und plädierte für die erneute Verhängung einer lebenslangen Haftstrafe. Gegen das gestrige Urteil kann erneut Revision eingelegt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013

Sabine Kreuz

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