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Landgericht Leipzig verurteilt Räuber Nikola M. zu sechs Jahren Haft

Überfall auf Juwelier Wendel Landgericht Leipzig verurteilt Räuber Nikola M. zu sechs Jahren Haft

Vor fast zwei Jahren überfielen vier Männer das Juweliergeschäft Wendel in der Dresdner Straße. Nun fiel das Urteil gegen einen der Beteiligten. Der Richter hob das Geständnis des Angeklagten hervor, die Staatsanwältin sah die Einlassung kritisch.

(Symbolfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Am Freitag fiel am Leipziger Landgericht das Urteil gegen Nikola M.: Sechs Jahre Freiheitsentzug. Im November 2014 war er an einem Raubüberfall auf das Juweliergeschäft Wendel in der Dresdner Straße beteiligt. Es wurde damit ein Mittelweg zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidiger gefunden – letzterer forderte fünf Jahre und elf Monate, die Staatsanwältin sechs Jahre und drei Monate. Der Angeklagte kann noch Revision einlegen.

Das Urteil bezieht sich auf die Anklagepunkte gemeinschaftlicher schwerer Raub und gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung. Der erpresserische Menschenraub wurde herausgenommen, da es keine Anhaltspunkte gegeben habe, dass die Diebe neben dem Schmuck auch den Juwelier mitnehmen wollten. Dieser wurde anscheinend von zwei der Komplizen mit einer Pistole bedroht, auf den Boden gelegt und mit Klebeband an Beinen und Händen gefesselt. Als eine Kundin den Laden betrat, verließen die Räuber diesen fluchtartig mit ihrer Beute und entfernten sich vom Tatort. Verdächtig wurde Nikola M. durch einen DNA-Abgleich an den Spuren im und vor dem Laden. Gefasst wurde er an der Grenze zu Ungarn am 10. Februar 2015.

Bei der Urteilsbegründung hob der Vorsitzende Richter Jens Kaden die Einlassung des Angeklagten hervor. Dieser hatte beim Prozessauftakt am Donnerstag gestanden, am Raubüberfall mit drei weiteren Tätern beteiligt gewesen zu sein.

Gründe für ein vermindertes Strafmaß sah der Vorsitzende Richter ansonsten nicht, ebenso wenig wie die Staatsanwältin. Diese unterstrich zudem, dass es sich um einen klassischen Raubüberfall gehandelt habe – die Männer seien schnell im Laden gewesen, hätten beim Einpacken der Beute darauf geachtet, nur den Goldschmuck mitzunehmen. „Ich glaube aber nicht, dass der Angeklagte nichts von der Gewalt gegen den Juwelier mitbekommen hat“, kritisierte die Staatsanwältin das Geständnis.

Der Verteidiger betonte in seinem Plädoyer, dass Nikola M. mit dem Einpacken der Beute aus dem Tresor beschäftigt war. „Er konnte daher gar nicht sehen, was hinter ihm mit dem Juwelier geschah. Immerhin musste alles schnell gehen“, sagte der Rechtsanwalt.

Das letzte Wort nach den Plädoyers bekam der Angeklagte. „Es tut mir echt leid, was passiert ist“, sagte Nikola M.

Andreas Schulze

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