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Landgericht bestätigt: Mario F. muss wegen Missbrauchs hinter Gitter

Landgericht bestätigt: Mario F. muss wegen Missbrauchs hinter Gitter

Es bleibt dabei: Mario F. muss wegen Entführung und schweren sexuellen Missbrauchs der elfjährigen Lisa P. aus Leipzig für drei Jahre und zehn Monate hinter Gitter.

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urteil bestätigt: Mario F. muss wegen Entführung und schweren sexuellen Missbrauchs ins Gefängnis.

Leipzig. Das Landgericht bestätigte am Freitag das Urteil der ersten Instanz, des Amtsgerichts, gegen das der 30-jährige Kraftfahrer Berufung eingelegt hatte.

Der Fall sorgte Ende 2011/Anfang 2012 bundesweit für Schlagzeilen. Die damals Elfjährige galt drei Wochen als vermisst, sie wurde mit einem Großaufgebot der Polizei gesucht - und letztlich in Berlin gemeinsam mit Mario F. aufgegriffen. Wie berichtet, hatten die Ermittler schon zuvor vermutet, dass F., damals 28 Jahre alt, mit dem Kind durchgebrannt ist. "Bereits seit 2008 hatte der Angeklagte ein ungewöhnlich inniges Verhältnis zu Lisa aufgebaut", sagte gestern der Vorsitzende Richter Anton Hahn. Daraus habe sich eine Art Liebesbeziehung entwickelt, wie sie unter Teenagern üblich sei.

Mario F. war, nachdem sich Lisas Eltern 2008 getrennt hatten, im Haushalt der Mutter in Grünau ein- und ausgegangen. Sowohl die Polizei als auch das Jugendamt hätten ihn darauf hingewiesen, sich von dem Mädchen fernzuhalten. "Der Mutter wurde sogar das Sorgerecht entzogen, weil sie die Kontakte ihrer Tochter zu dem Mann nicht unterbinden konnte", so der Richter. Letztlich lebte Lisa bei ihrem Vater, haute dort aber mehrfach ab. "Trotz aller Vorwarnungen blieb der Angeklagte auf das Kind fixiert."

Die Entführung der Elfjährigen stellte der Beschuldigte von Anfang an nicht in Abrede, bestritt aber den Geschlechtsverkehr mit ihr. Doch sowohl das Amtsgericht als auch gestern die Berufungsinstanz hielten ihn für überführt. "Allein auf die schwankenden Aussagen der Lisa hin konnte keine Verurteilung gestützt werden. Sie waren recht karg, offenbar weil sie sich schämt", sagte der Vorsitzende Richter. Er zählte aber eine Reihe von Indizien auf, aufgrund derer das Gericht von der Schuld überzeugt sei. So gab es DNA-Spuren des Angeklagten an der Brust des Mädchens. Und vor allem: Auf ihrem Hello-Kitty-Handy fanden sich Kurznachrichten mit folgendem Inhalt: "Bist du froh, dass du keine Jungfrau mehr bist? Und dass ich es war?" Zwar hatte Verteidiger Oliver Lucas darauf hingewiesen, dass es sehr wohl möglich sei, SMS zu fälschen. Laut Gericht war aber auch von Interna wie einem Gutachten die Rede, die nur der Angeklagte habe wissen können.

Wie berichtet, war das Handy, das Lisas Vater als Beweisstück 2013 am Amtsgericht abgegeben hat, später bei der Justiz verschwunden. Trotz aller Nachforschungen des Landgerichts tauchte es auch nicht wieder auf.

Die 13-Jährige lebt jetzt in einem Kinderheim. Laut ihrer Anwältin Anne Prestrich hatte F. mehrere Menschen instrumentalisiert, um an das Mädchen heranzukommen. Und Staatsanwalt Michael Höhle meinte zu F.: "Sie haben Lisa seelisch kaputtgemacht." Höhle hatte dafür plädiert, die Berufung zu verwerfen. Verteidiger Lucas kündigte nach dem neuerlichen Schuldspruch Revision an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.02.2014

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Sabine Kreuz

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