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Landgericht verurteilt 37-Jährigen wegen schweren sexuellen Missbrauchs

An 11-Jähriger vergangen Landgericht verurteilt 37-Jährigen wegen schweren sexuellen Missbrauchs

Fünf Jahre und sechs Monate lautet das Urteil für einen 37-jährigen Leipziger. Die Dritte Strafkammer am Landgericht Leipzig unter Vorsitz von Richter Norbert Göbel sah es am Dienstag als erwiesen an, dass Marco K. die Tochter seiner Lebensgefährtin in mehr als eineinhalb Jahre insgesamt 22 Mal sexuell missbraucht hat, davon ein Mal mit vorsätzlicher Körperverletzung.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Vor Gericht legte der Angeklagte ein Geständnis ab und entkam somit einer höheren Strafe. Insgesamt waren Marco K. 26 Fälle des schweren Missbrauchs von Kindern vorgeworfen worden. In ihrer Urteilsverkündung betonte die Strafkammer aber, die vier übrigen Fälle einzustellen. „Das macht den Kohl nicht fett“, argumentierte Richter Göbel.

Schon zu Beginn der Verhandlung räumte der Verteidiger die Straftaten seines Mandanten ein. Franziska (Name geändert) war 11 Jahre alt, als das Martyrium angefangen hatte. Beim ersten sexuellen Übergriff entjungferte Marco K. das Mädchen, das folglich über Blutungen und Schmerzen klagte. Weitere Misshandlungen folgten: Zwischen Mai 2013 und Februar 2015 verging sich Marco K. regelmäßig an seiner Ziehtochter, in den gemeinsamen Wohnungen in der Ludwigsburger Straße in Leipzig sowie in Erfurt.

Nach Aussagen der Ex-Lebensgefährtin von Marco K. und Mutter von Franziska werde die Geschädigte auf Drängen des Jugendamtes psychologisch betreut. „Ich habe aber nicht den Eindruck, dass meiner Tochter die Behandlungen etwas bringen“, sagte die 37-Jährige. „Sie ist geknickt und weint hinterher.“ Bis zuletzt habe sie von den Missbrauchsfällen nichts mitbekommen, wie die Mutter im Zeugenstand aussagte: „Meine Tochter hat sich nicht getraut, es mir zu sagen, weil sie dachte, ich habe zu viel Stress mit den Kleinen. Aber das ist Blödsinn.“

Marko K. hatte mit der Zeugin eine langjährige Partnerschaft, aus der zwei gemeinsame Kinder hervorgingen. Die Großfamilie (die Zeugin brachte noch zwei weitere Kinder in die Beziehung mit, darunter Franziska) lebte zeitweilig in Erfurt und zog dann nach Leipzig-Grünau. Obwohl sich das Paar im vergangenen Jahr kurzzeitig trennte, suchte Marco K. das minderjährige Mädchen weiterhin zu sexuellen Handlungen auf. Als pädophil würde er sich aber nicht bezeichnen, so Marco K. „Ich habe mich mit ihr gut verstanden. Dazu gehörten Fahrradfahren, Spaziergänge und ich habe ihr auch bei den Schularbeiten geholfen.“

Der 37-Jährige zeigte sich reuevoll und beschämt. Bereits vor der Hauptverhandlung habe er sich freiwillig in psychologische Hände begeben, wie Marco K. vor Gericht sagte. In seiner Urteilsverkündung sagte der Richter: „Ich habe einhundertprozentig den Eindruck, dass Sie Reue und Einsicht mitbringen und nicht nur ein taktisches Geständnis abliefern.“ Zwar sei der Zeitraum der Übergriffe überschaubar gewesen und es habe keine physische Gewaltanwendung gegeben, aber Göbel wies auch darauf hin: „Franziska war relativ jung, das wussten Sie. Zudem gab es zu ihr eine besondere Beziehung innerhalb des Familienverbandes und Sie haben das Vertrauensverhältnis ausgenutzt.“

Mit der Urteilsverkündung kommt der Sextäter nun in die Sozialtherapeutische Abteilung der JVA Waldheim. „Ich denke, dass ich mich nicht mehr bei Franziska entschuldigen kann. Aber ich hoffe, dass mir in Waldheim geholfen wird herauszubekommen, weshalb ich diese Taten gemacht habe,“ sagte Marco K. abschließend. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Marco K. kann bis nächsten Dienstag Revision einlegen.

Victoria Graul

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