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Polizeiticker Leipzig Lebenslange Haft für Mord an schwangerer Frau in Leipzig
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Lebenslange Haft für Mord an schwangerer Frau in Leipzig
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16:25 08.03.2018
Ghulam Abas R. muss lebenslang hinter Gitter.  Quelle: Kempner
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Leipzig

 Ein 39 Jahre alter Afghane ist am Donnerstag in Leipzig zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die 1. Strafkammer am Landgericht sah es als erwiesen an, dass Ghulam Abas R. am 11. August 2017 seine hochschwangere Frau in Lindenau mit vier Messerstichen umgebracht hat. Er sei deshalb des Mordes aus niedrigen Beweggründen in Tateinheit mit Schwangerschaftsabbruch schuldig.

Zwischen dem mutmaßlichen Mörder und seiner Frau Mahin hatte es offenbar schon länger gekriselt. R. vermutete, dass das dritte, noch ungeborene Kind der 34-Jährigen nicht von ihm sei. „Sie musste sogar auf den Koran schwören, nicht fremdzugehen“, berichtet Verteidiger Rainer Wittner. Die Frau habe zu ihrem Mann gesagt: „Du bist doch krank.“ Der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf kommentierte die Tat so: „Das Motiv lag auf sittlich niedrigster Stufe.“ Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte dem Afghanen zwar eine „affektive Störung“, die sich aber im normalen Bereich bewege. Anders ausgedrückt: Der 39-Jährige ist voll schuldfähig.

Das Paar und die jetzt elf und zwölf Jahre alten Söhne, die Ende 2015 nach Deutschland einreisten, lebten in einer Wohnung der Caritas in der Uhlandstraße. Weil sich der Konflikt zwischen den Eheleuten immer weiter verschärfte, zog die Frau schließlich in eine Schutzwohnung, allerdings im selben Haus. Die Situation eskalierte schließlich.

R. habe ein Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge gezogen und auf die Brust seiner Frau eingestochen. Die Obduktion ergab später einen Durchstich des Herzen. Die Frau hatte keine Chance. „Der Angeklagte spielte sich damit zum Herrn über Leben und Tod auf“, hieß es in der Anklage.

Anschließend sei der Angeklagte ins Treppenhaus gegangen. Dort hätten ihn auch die beiden Söhne mit blutverschmierten Händen gesehen. Sie befinden sich inzwischen in staatlicher Obhut.

Im vierten Stock, so die Ermittlungen, öffnete der Afghane ein Fenster, stürzte sich aus zwölf Metern Höhe in den Hof und überlebte schwer verletzt den Suizidversuch.

Ghulam Abas R. nahm das Urteil regungslos auf. Die Anklage hatte neben einer lebenslangen Haft auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Anwalt Wittner hatte auf Totschlag plädiert. Staatsanwaltschaft und Verteidigung prüfen nun, ob sie Revision einlegen werden.

Von Sabine Kreuz/Matthias Roth

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