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Polizeiticker Leipzig Lebenslange Haftstrafe für den Leipziger Stückelmörder
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10:22 05.03.2018
Der Angeklagte Dovchin D. mit seinem Verteidiger im Gerichtssaal. (Archivfoto)  Quelle: André Kempner
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Leipzig

Den Mord an zwei Frauen mit anschließender Zerstückelung der Leichen muss ein 39-Jähriger mit einer lebenslangen Haftstrafe büßen. Die Strafkammer sah zudem eine Störung der Totenruhe als gegeben an. Zudem stellte das Landgericht Leipzig am Montag die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hatte auf Totschlag und ein angemessenes Strafmaß plädiert.

Den Mord an zwei Frauen mit anschließender Zerstückelung der Leichen muss ein 39-Jähriger mit einer lebenslangen Haftstrafe büßen. Zudem stellte das Landgericht Leipzig am Montag die besondere Schwere der Schuld fest.

Nach Überzeugung der Kammer hatte der Mann im April 2016 in seiner Leipziger Wohnung eine 43-jährige Portugiesin Maria D. mit bloßen Händen erwürgt. Die zerstückelte Leiche wurde kurz darauf im Elsterflutbecken gefunden. Im November desselben Jahres hatte der 39-Jährige demnach eine 40-jährige Deutsche aus Wut über sexuelle Zurückweisung erwürgt. Die Leiche von Anja B. habe er bis spätestens Januar 2017 aufbewahrt. Die Leichenteile entsorgte der Mann mongolischer Herkunft dann im Hausmüll, in der Toilette und in einem Abbruchhaus.

Der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf sprach beim Angeklagten Dovchin D. von einem Mann mit zwei Gesichtern. „Auf der einen Seite ist er höflich, zurückhaltend und sich um vieles kümmernd, auf der anderen Seite ist er sehr aggressiv gegenüber Frau“, so Jagenlauf. Die Kammer erkannte in beiden Tötungsverbrechen einen Mord.

Maria D. habe in der Wohnung ihres Mörders mit keinem Angriff gerechnet. Sie sei arg- und wehrlos gewesen. Bei Anja B. hatte der Angeklagte von einem Tötungswunsch berichtet. Diese Argumentation ließ die Kammer nicht gelten. Weder Ärzte noch Psychologen des Opfers hätten suizidale Absichten bestätigt, betonte Jagenlauf. Weil Dovchin D. zwei Morde aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen unabhängig voneinander beging, stellte die Kammer auch die besondere Schwere der Schuld fest.

Der Angeklagte nahm die Urteilsverkündung regungslos auf. Im Gerichtssaal verfolgten auch ein Bruder und ein Cousin von Maria D. sowie die Mutter und die Schwester von Anja B. den Richterspruch.

Sabine Kreuz/Matthias Roth

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