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Lebenspartnerin des Pferdehof-Killers muss ins Gefängnis

Mord auf Hof in Leipzig-Knauthein Lebenspartnerin des Pferdehof-Killers muss ins Gefängnis

Im Prozess um den Mord am Pferdehofbesitzer Rocco J. wurde am Mittwoch die Lebensgefährtin des Mörders wegen Betrugs zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten veurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie durch Vortäuschung eines Erbes ihren Partner in Verschuldung trieb.

Die Angeklagte Silva M. war Lebensgefährtign des Mörders von Pferdehofbesitzer Rocco J. Mit falschen Behauptungen über ein erfundenes Erbe soll sie ihren Partner in die Verschuldung getrieben haben.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nach der Tragödie auf dem Pferdehof in Leipzig-Knauthain im Dezember 2015 hat das Leipziger Amtsgericht an diesem Dienstag die Lebenspartnerin des Mörders von Pferdehofbesitzer Rocco J. zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Angeklagte wurde wegen Betrugs verurteilt.

Die heute 37-Jährige hatte vier Jahre lang ihren damaligen Lebenspartner Hermann H. im Glauben gelassen, sie trete in Kürze eine Millionenerbschaft an. Dieser verschuldete sich daraufhin, borgte sich bei engsten Freunden zwischen 2013 und 2015 mindestens 340.000 Euro, um den Lebensunterhalt des Paares zu bestreiten – immer in der Hoffnung, das Geld zurückzuzahlen, sobald Silva M. den Leipziger Hof mit 5000 Hektar Land bekommt.

Doch dazu konnte es nicht kommen. Denn das Erbe war eine reine Erfindung von Silva M., räumte die Angeklagte ein. Um nicht aufzuliegen, erfand sie immer neue Lügengeschichten, warum sich die Übernahme des ihr angeblich zustehenden Hofes verzögert. Irgendwann fiel der Name Rocco J., auf dessen Hof in Knauthain die Angeklagte im Alter von 14 Jahren das Reiten gelernt hatte. Er sei der angebliche Grund, warum ihr das Erbe bislang versagt blieb.

Durch die Schulden immer mehr in die Verzweiflung getrieben, fuhr Hermann H. am 3. Dezember 2015 in seinem Audi 8 von Österreich nach Leipzig und erschoss Rocco J. kommentarlos auf dessen Anwesen. Wenig später richtete er sich selbst. „Sie haben mit ihrem Verhalten die Ursache dafür gelegt, dass zwei Menschen ihr Leben verloren haben“, sagte Richterin Ute Pisecky am Ende der mehr als sechstündigen Verhandlung. „Dafür können wir sie aber nicht verantwortlich machen.“ Für den großen Vermögensschaden jedoch müsse die Angeklagte zur Verantwortung gezogen werden. Eine Bewährungsstrafe komme bei dem Ausmaß jedoch nicht mehr infrage.

Mit zwei Jahren und drei Monaten Haft blieb das Gericht drei Monate unter dem von Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß. Das Urteil wird rechtskräftig, wenn innerhalb der nächsten sieben Tage keine Seite Rechtsmittel einlegt.

Klaus Stäubert

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