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Leichen zerstückelt: Lebenslange Haftstrafe für Leipziger Mörder

Stückelmord von Thekla Leichen zerstückelt: Lebenslange Haftstrafe für Leipziger Mörder

Im Prozess um zwei zerstückelte Leichen in einem Leipziger Badesee ist ein 37-Jähriger wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Angeklagte habe „in erschreckender Weise zwei Menschenleben ausgelöscht".

Der Angeklagte während der Verhandlung (Archivbild vom Juni)

Quelle: dpa

Leipzig. Im Prozess um zwei zerstückelte Leichen in einem Leipziger Badesee ist ein 37-Jähriger wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Angeklagte habe „in erschreckender Weise zwei Menschenleben ausgelöscht“ und die Menschenwürde der Opfer auch nach deren Tod noch verletzt, sagte der Vorsitzende Richter, Johann Jagenlauf, bei der Urteilsverkündung am Donnerstag am Leipziger Landgericht. Das Verbrechen habe viele Menschen erschüttert. Die Verteidigung kann binnen einer Woche Rechtsmittel einlegen.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der aus Tunesien stammende vorbestrafte Angeklagte im Juli 2016 ein ihm bekanntes Ehepaar aus Habgier ermordet. Dazu besuchte er die 32 und 37 Jahre alten Opfer in deren Wohnung und ging dann unvermittelt „mit massiver Gewalt“ auf sie los. Mit zahlreichen Messerstichen und Hammerschlägen tötete er die beiden. Die Leichen zerteilte er anschließend „professionell“, packte die Überreste in eine Tasche und einen Koffer und brachte sie in öffentlichen Verkehrsmitteln zu einem Leipziger Baggersee. Dort versenkte er die Leichenteile. Wenige Tage nach der Tat stießen Badende darauf und alarmierten die Polizei.

Noch während das Blut der Opfer flüssig war, habe der Beschuldigte angefangen, deren Wohnung zu durchsuchen, sagte Jagenlauf. Wertgegenstände und Betäubungsmittel raubte er demnach und verkaufte sie zum Teil, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.

Besondere Schwere der Schuld

Der Angeklagte wurde am Donnerstag nicht nur wegen Mordes, sondern auch wegen Störung der Totenruhe und Freiheitsberaubung verurteilt. Er hatte nach der Tat zwei Bekannte des Mordes beschuldigt, die daraufhin für mehrere Wochen in Haft kamen. Wegen dieser Umstände erkannte das Gericht eine besondere Schwere der Schuld. Daran hätten auch Geständnisse des Mannes nichts geändert. Er habe immer nur so viel zugegeben, wie ohnehin schon bewiesen gewesen sei. Die Entlassung nach 15 Jahren ist somit erschwert.

Der Angeklagte lächelte bei der Urteilsverkündung immer wieder wie entrückt, blickte zwischenzeitlich ausdruckslos geradeaus oder gähnte. Ein Dolmetscher übersetzt für ihn die Worte des Richters.

Zwar habe der Beschuldigte eine Persönlichkeitsstörung, sagte Jagenlauf. Er sei dennoch ohne Zweifel schuldfähig. Die Verteidigung hatte für eine Verurteilung wegen Totschlags plädiert. Ein Streit zwischen den Opfern und dem Täter sei eskaliert, daraufhin habe der Angeklagte das Paar im Affekt getötet. Das Gericht sah aber Mordmerkmale. Der Beschuldigte habe die Tat „in brutaler Weise und kalt“ geplant.

Das lasse sich unter anderem daran erkennen, dass er für die Zerteilung der Leichen ein besonders scharfes Werkzeug habe mitbringen müssen. Zudem seien zwar DNA-Spuren und Fußabdrücke von ihm am Tatort gefunden worden, aber keine Fingerabdrücke. Das spreche dafür, dass er Handschuhe getragen hatte. „Dafür sieht das Gesetz nur eine Möglichkeit vor: nämlich lebenslange Freiheitsstrafe“, sagte Jagenlauf an den Verurteilten gerichtet.

dpa

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