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Schwer bewaffnete Kontrollen rings um den Leipziger Weihnachtsmarkt

Nach dem mutmaßlichen Anschlag in Berlin Schwer bewaffnete Kontrollen rings um den Leipziger Weihnachtsmarkt

Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt am Montagabend reagieren auch die Behörden in Leipzig mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen. Polizeipräsident Bernd Merbitz erklärte aber: "Es besteht kein Grund zur Panik".

Polizisten mit Maschinenpistolen sicherten am Dienstagvormittag die Zufahrten zum Augustusplatz in Leipzig.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt am Montagabend sind auch in Leipzig die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal erhöht worden. Vertreter von Ordnungsamt, Marktamt und Polizei verständigten sich am Dienstagmorgen im Neuen Rathaus darauf, die temporär errichteten Barrieren rings um den Weihnachtsmarkt bis zum 23. Dezember weiter aufrecht zu erhalten.

Schwer bewaffnete Polizeikräfte kontrollieren inzwischen die Zufahrten zur Goethestraße und zum Augustusplatz. Wie Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) erklärte, soll dadurch kein Fahrzeug direkten Kontakt zum Weihnachtsmarkt erhalten können. Ein Abbiegen vom Innenstadtring in die Goethestraße werde unterbunden. Die Zufahrt zum Parkhaus auf dem Augustusplatz erfolge nur über die von den Beamten kontrollierte Seite an der früheren Hauptpost, die Abreise via Goethestraße. Die Fernbusse, die am Schwanenteich in der Goethestraße halten, steuern – wie bisher in Stoßzeiten auch – die Richard-Wagner-Straße beziehungsweise die Ostseite des Hauptbahnhofes an.

Nach dem möglichen Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt am Montagabend reagieren auch die Behörden in Leipzig mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen. Vertreter von Ordnungsamt, Marktamt und Polizei verständigten sich am Dienstagmorgen auf einer eilig einberufenen Sicherheitsberatung im Neuen Rathaus darauf, die bereits am Montag errichteten Barrieren rings um den Weihnachtsmarkt aufrecht erhalten zu wollen.

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Wie Jung weiter erklärte, sei die Präsenz mit Maschinenpistolen rings um den Weihnachtsmarkt von der Bundesregierung ausdrücklich gewünscht worden. Das Aufstellen von Betonpollern, wie in anderen Städten, sei dagegen in Leipzig nicht notwendig. Eine zwischenzeitlich ebenfalls angedachte Sperrung für Straßenbahnen wurde wieder zurückgenommen. „Allerdings wird die Buslinie 89 über den Georgiring umgeleitet“, sagte Marc Backhaus, Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB).

Darüber hinaus will die Polizei ihr Streifenaufkommen in der City noch einmal verstärken und stehe dabei in engem Kontakt mit den Innenbehörden. „Wir werden zusammen mit Polizei, Ordnungs- und Marktamt alles dafür tun, dass solche Ereignisse hier nicht geschehen“, sagt der Oberbürgermeister.

Weihnachtsmarkt offen – Merbitz: Kein Grund zur Panik

Der Weihnachtsmarkt selbst bleibe geöffnet, werde auch nicht eingeschränkt. Nach Angaben von OBM Jung gebe es zwar mehr Sicherheitskräfte, diese seien aber angehalten, „weniger martialisch als an den Zufahrten“ aufzutreten. Soll heißen: Die Maschinenpistolen bleiben hier verdeckt. Wie Polizeipräsident Bernd Merbitz am Dienstag mitteilte, sei das Sicherheitskonzept in Leipzig grundsätzlich auch nicht überarbeitungsbedürftig. Die Behörden wollen auf die schrecklichen Bilder aus Berlin angemessen antworten, aber nicht überreagieren: „Die in der Folge getroffenen Maßnahmen tragen einerseits dem aktuellen Ereignis und andererseits der Verhältnismäßigkeit Rechnung, denn es besteht kein Grund zur Panik“, sagte Merbitz.

Jung und Merbitz zeigten sich auch tief bestürzt über die Ereignisse in Berlin, sprachen den Opfern und deren Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Leipzigs Oberbürgermeister, der am Dienstag sein Profilfoto auf Facebook schwarz einfärbte, erklärte am Nachmittag im Neuen Rathaus: „Das hätte so auch hier in Leipzig passieren können. Die Drohkulisse im Hintergrund war für uns schon immer zu sehen, wir haben uns darauf aber auch eingestellt“.

Gedenkminute um 20.05 Uhr in Leipzig

Zudem appellierte der Sozialdemokrat an die Bürger, trotz der Bedrohung weiter an die Freiheit zu glauben: „Wir werden vor diesen Anschlägen nicht in die Knie gehen. Unser Land ist jetzt besonders gefordert, zu seinen Werten und zu seiner Demokratie zu stehen.“ Im Andenken an die zwölf Menschen, die auf dem Breitscheidplatz ihr Leben verloren haben, soll am Dienstagabend um 20.05 Uhr auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt eine Gedenkminute stattfinden, bei der auch alle Lichter gelöscht werden.

Nach den Ereignissen auf dem Berliner Weihnachtsmarkt

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In anderen sächsischen Städten wurden am Dienstag die Sicherheitsvorkehrungen ebenfalls verstärkt. In Dresden wurden Betonpoller rings um den Striezelmarkt aufgestellt, die Ereignisse wie in Berlin verhindern sollen. Zudem wurden auch hier die Polizeikräfte in der Innenstadt verstärkt und Zufahrten zum Teil abgesperrt.

Die Polizei sichert den Dresdner Striezelmarkt.

Die Polizei sichert den Dresdner Striezelmarkt.

Quelle: sl

Sächsische Polizeibeamte werden unter Umständen in den kommenden Tagen zudem wohl auch in der Hauptstadt gebraucht. Die Bundespolizeiabteilung in Bad Düben erwartete zumindest erhöhte Einsatzbereitschaft über die Festtage. Wie Abteilungssprecher Steffen Milz sagte, habe der Bund dem Land Berlin Einsatzkräfte zur Verstärkung angeboten. Inwieweit die Bad Dübener Abteilung herangezogen werde, war am  Dienstag noch unklar. Laut Milz seien nach wie vor viele Bundespolizisten aus Bad Düben bei Grenzkontrollen in Bayern gebunden. In der Abteilung sind rund 640 Mitarbeiter beschäftigt.

Tillich: Sind in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer und Verletzten

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) kündigte am Dienstag an, die Sicherheitskonzepte im Freistaat grundsätzlich prüfen zu lassen. „Ich bin erschüttert über die Ereignisse in Berlin. Wir trauern um die Getöteten. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzten“, sagte Tillich in Dresden. Der Innenminister und die sächsischen Polizeibehörden seien aufgefordert, die Sicherheitskonzepte zu überprüfen und der aktuellen Gefährdungslage anzupassen: „Es wird alles getan um die bestmögliche Sicherheit im Land zu gewährleisten“, so Tillich. Zugleich rief der sächsische Regierungschef dazu auf, sich von dem Anschlag in Berlin nicht einschüchtern zu lassen. Es gehe darum, im Sinne einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung seine eigenen Werte zu leben. Vor der sächsischen Staatskanzlei wurden unterdessen die Fahnen auf Halbmast gesetzt.

Bei der Tat im Westen Berlins war am Montagabend ein Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast. Dabei waren mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Weitere 49 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt in Krankenhäuser eingeliefert. (mit dpa)

Matthias Puppe / K.S.

Leipzig 51.339695 12.373075
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