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Leipzig ganz vorn in Sachsens Kriminalstatistik - Diebstahl und Drogen bleiben Hauptprobleme

Leipzig ganz vorn in Sachsens Kriminalstatistik - Diebstahl und Drogen bleiben Hauptprobleme

2011 stieg die Anzahl der Straftaten in Leipzig: 64.728 Fälle verzeichnet die Kriminalstatistik, fast sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. "Wir liegen damit leider wieder an erster Stelle in Sachsen", sagte Polizeipräsident Horst Wawrzynski am Dienstag bei der Vorstellung der Jahreszahlen.

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Stellten am Dienstag (6.3.2012) die Kriminalstatistik vor: v.l. Bernd Buchwald, Sonja Penzel, Horst Wawrzynski und Uwe Voigt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nahezu jedes zweite Delikt ist ein Diebstahl. Aus Läden, Lauben und Autos, aus Häusern und auf offener Straße wird geklaut. Wawrzynski: "Indirekte Beschaffungskriminalität bleibt unser größtes Problem."

Damit stellt der Polizeipräsident den Zusammenhang zur Drogenkriminalität in der Stadt her. Wer in Leipzig Drogen konsumiert, muss heute mehr Geld dafür hinblättern als vor ein paar Jahren. 50 bis 80 Euro koste ein Gramm Heroin, so Wawrzynski. Gleichzeitig hätten die Ermittler im vergangenen Jahr mit der Sicherstellung von 18 Kilogramm Heroin "die letzte große Lieferschiene über Holland und Belgien gekappt", sagte Kriminaldirektorin Sonja Penzel am Rande der Veranstaltung. "Heroin ist auf dem Rückgang, Crystal auf dem Vormarsch", so Wawrzynski.

Großeinsätze bleiben: "Dealern das Leben schwer machen"

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Kriminaldirektorin Sonja Penzel

Quelle: André Kempner

Die Delikte mit der Stoffgruppe Amphetamine und Metaphetamine, zu denen Crystal gehört, haben sich laut Statistik von 208 auf 428 mehr als verdoppelt. Die Crux: "Der Stoff wirkt noch verheerender als Heroin. Er macht auch schneller süchtig und die Leute sind aggressiver", sagt Sonja Penzel. Auch Cannabis und Zubereitungen mit dem Stoff spielen eine größere Rolle. Hier stieg die Zahl von 395 Verstößen auf 627 an. Insgesamt liegt Leipzig bei den Drogendelikten mit 1485 Fällen in Sachsen auf Platz zwei hinter der Polizeidirektion Chemnitz/Erzgebirge.

Dass in der Messestadt rund um das Thema Rauschgift 275 Verstöße mehr registriert wurden als im Vorjahr, erklärt der Polizeipräsident mit den Großeinsätzen, sogenannten Komplexkontrollen. Durch die groß angelegten, flächendeckenden Kontrollen an öffentlichen Plätzen werde das Dunkelfeld aufgehellt. Die Aktionen werde es weiterhin geben, kündigte Wawrzynski an. Die Polizei wolle vor allem Dealern das Leben schwer machen und den Leipzigern zeigen, dass man die Entwicklung in der Stadt ernst nehme.

Zahl der Wohnungseinbrüche klettert auf ein neues Hoch

Dazu gehört auch der Anstieg der Diebstahlsdelikte. Die Zahl der Wohnungseinbrüche kletterte 2011 mit 1429 Fällen (1162 im Jahr 2009; 1411 im Jahr 2010) auf ein neues Hoch. Nach einer Sonderauswertung gehören 44 Prozent der ermittelten Täter zur Drogenszene. Die Aufklärungsrate der "Ermittlungsgruppe Wohnung" liegt bei 22,5 Prozent. Warum allerdings immer noch so oft Einbrecher leichtes Spiel haben, die berühmten "Kantenriegel" an ungesicherten Wohnungstüren zu ziehen, ist Wawrzynski nach den vielen Appellen der Polizei ein Rätsel.

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Polizeipräsident Horst Wawrzynski

Quelle: André Kempner

Eine gewisse Enttäuschung merkt man ihm auch an bei der Frage nach der Strategie, Raubüberfälle auf kleine Ladengeschäfte zu verhindern. Hier hatte die Polizei die Zusammenarbeit mit Händlern gesucht. Mit einem Gerät, dass ähnlich wie eine Art "Babyphon" funktionieren soll, wollte man im Ernstfall schnellstens den Kontakt zu den Einsatzkräften sichern. "Die einmalige Investition liegt bei 25 bis 60 Euro. Nur sieben Händler haben sich dafür entschieden", so Wawrzynski.

Personell sieht er die Polizeidirektion Leipzig gut gewappnet für die kommenden Jahre. Mit 1440 Polizeivollzugsbeamten stünde Leipzig nicht schlecht da. Die Polizeireform, die bis 2025 für Sachsen einen Stellenabbau und die Reduzierung von sieben auf fünf Polizeidirektionen vorsieht, ändere daran erstmal nichts.

Evelyn ter Vehn

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