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Leipzig hat weniger Verkehrssünder als Zwickau

Überraschende Statistik Leipzig hat weniger Verkehrssünder als Zwickau

Muss die Polizei aufgrund ihrer Personalnot und den häufigen Einsätzen etwa bei Demonstrationen die Verkehrskontrollen zwangsläufig vernachlässigen? Das fragte sich Sebastian Wippel, Sicherheitspolitiker der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen, und holte per Kleiner Anfrage im Landtag aktuelle Statistiken ein. Die Ergebnisse überraschen.

Die Zahl der Verkehrsdelikte in Leipzig geht zurück – weil die Polizei weniger Zeit für Kontrollen hat.

Quelle: dpa

Leipzig. Voriges Jahr wollte es Ex-Polizeikommissar Sebastian Wippel schon einmal ganz genau wissen: Muss die Polizei aufgrund ihrer Personalnot und den häufigen Einsätzen etwa bei Demonstrationen die Verkehrskontrollen zwangsläufig vernachlässigen, fragte sich der Sicherheitspolitiker der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen und holte per Kleiner Anfrage im Landtag aktuelle Statistiken ein.

Seine Schlussfolgerung damals: Vor allem bei reinen Kontrolldelikten – Straftaten, die durch Kontrollen überhaupt erst festgestellt werden und entsprechend Personal binden – wurden von 2009 bis 2015 in den fünf Polizeidirektionen (bis zur Neustruktur der Polizei 2013 waren es sieben) zum Teil deutlich weniger Verstöße festgestellt. Jetzt hakte der Abgeordnete noch einmal nach und wollte wissen, ob sich dieser Trend auch im Jahr 2016 fortsetzt.

So wurden im ersten Quartal nach Angaben des Innenministeriums im Bereich der Leipziger Polizeidirektion, wozu neben der Stadt Leipzig auch die Landkreise Leipzig und Nordsachsen gehören, 269 Handyverstöße festgestellt. Zum Vergleich: In Dresden waren es 524, in Chemnitz 316, bei der PD Zwickau 332. Verstöße gegen die Gurtpflicht wurden von der Leipziger Polizei in 1544 Fällen festgestellt (Dresden: 1913, Chemnitz: 2118, Zwickau: 1500). Noch augenfälliger sind die Unterschiede bei Geschwindigkeitsverstößen. 12937 Temposünder ermittelte die Polizei in Leipzig und Umgebung – in Chemnitz waren es im gleichen Zeitraum 27272, in Zwickau 21232. Dresden hat mit 8518 noch weniger Fälle als Leipzig.

Bei den personalintensiveren Kontrollen mit Lasermessgeräten – in diesen Fällen bekommt der Raser nicht nur einen Bußgeldbescheid mit der Post, sondern wird von der Polizei gestoppt und angesprochen – hat Leipzig 581 Verstöße vorzuweisen, in Chemnitz waren es zu selben Zeit immerhin 2016.

Insgesamt kommt die Leipziger Polizei im ersten Quartal damit auf 24953 Verkehrsordnungswidrigkeiten (Dresden: 24882, Chemnitz: 50069, Zwickau: 32894). Im gesamten Jahr 2015 wurden in Leipzig 96299 Verkehrssünder mit Bußgeldern (29121) oder Verwarngeldern (67178) bestraft. Chemnitz (218644) und Zwickau (145915) sind hier ganz klar in einer anderen Liga, Dresden (95403), deren Polizei ähnlich ausgelastet ist wie die Leipziger, liegt etwa gleichauf.

Auch der Vergleich zu früheren Jahren spricht dafür, dass die Kontrolldichte damals ungleich höher gewesen sein muss als aktuell. So wurden im Jahr 2009 von den Polizeidirektionen Leipzig (61593) und Westsachsen (130556) – beide Bereiche gehören bis auf Döbeln seit 2013 zur Zuständigkeit der PD Leipzig – insgesamt 192149 Verkehrsordnungswidrigkeiten festgestellt. Aber vor sieben Jahren mussten die Beamten auch noch nicht mehr als 1000 Versammlungen und Demonstrationen in einem Jahr absichern.

Von Frank Döring

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