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Polizeiticker Leipzig Leipzig ist Hochburg von Nazis und Autonomen in Sachsen - Verfassungsschutz warnt
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Leipzig ist Hochburg von Nazis und Autonomen in Sachsen - Verfassungsschutz warnt
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01:00 27.06.2013
In der Stadt Leipzig gibt es die meisten Neonazis in ganz Sachsen. Quelle: dpa

Der sächsische Verfassungsschutz warnt in seinem aktuellen Bericht jedoch vor einer hohen Gewaltbereitschaft in beiden Lagern.

Der harte Kern der rechtsextremistischen Szene in Leipzig besteht nach Einschätzung des Inlandgeheimdienstes aus 300 bis 350 Personen. Zu diesem Spektrum gehört die NPD, deren Leipziger Kreisverband zu den mitgliederstärksten in Sachsen zählt. Mehr Kopfzerbrechen bereitet den Schlapphüten jedoch die Szene der Neo-Nationalsozialisten, bestehend aus den Freien Kräften, dem Aktionsbündnis Leipzig und der Gruppierung Heimattreues Leipzig. Von diesen Kameradschaften gingen "auf Grund ihrer Gewaltbereitschaft erhebliche Gefahren aus", so der Verfassungsschutz. Daneben existiere eine subkulturell geprägte Szene, der etwa die Hooligangruppierung Scenario Lok angehöre, in der mehrere bekannte Rechtsextremisten aktiv seien.

Von zentraler Bedeutung für die Neonazis im Raum Leipzig ist nach wie vor das NPD-Quartier in der Odermannstraße 8. Da es eines der wenigen Objekte der Szene im Freistaat sei, "ist mit einer Häufung von Veranstaltungen zu rechnen", prognostiziert der Geheimdienst. Zumal es Bestrebungen gebe, die Odermannstraße 8 verstärkt für Neonazi-Konzerte zu nutzen. Die Zahl rechtsextremistischer Straftaten sank 2012 auf 178. Acht davon waren Gewalttaten, 16 hatten einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Mit diesen Zahlen liegt Leipzig sachsenweit an der Spitze.

Leipzig hat stärkste autonome Szene in Sachsen

Auch die meisten linksextremistischen Delikte wurden in Leipzig registriert: 116 waren es im vorigen Jahr, darunter 30 Gewaltstraftaten. Bis zu 250 Linksextremisten seien in der Messestadt ansässig. "Leipzig hat die agilste und zahlenmäßig stärkste autonome Szene in Sachsen", stellt der Verfassungsschutz fest. Zentrale Anlaufstelle sei das Conne Island in Connewitz. Da in dieser Szene der Einsatz von Gewalt "allgemein akzeptierter Grundkonsens" sei, ist Leipzig laut Behörde auch von Ausschreitungen besonders betroffen.

In der Stadt Leipzig gibt es die meisten Linksautonomen in ganz Sachsen. Quelle: dpa

Ein Aktionsfeld der Autonomen ist traditionell der Antifaschismuskampf. Aber: "Vor allem die Gewalttätigkeit der autonomen Szene in Leipzig stellt die Bündnisse mit nicht extremistischen Initiativen im Antifaschismuskampf immer wieder in Frage", heißt es im Bericht. Darüber hinaus habe der sogenannte Freiraumkampf 2012 eine neue Dimension erreicht: Die Autonomen befürchten demnach durch die Aufwertung von Stadtvierteln den Verlust ihres Rückzugsraumes. Farbbeutel-Attacken gegen sanierte Fassaden, etwa in Connewitz, seien eine Folge davon. Besonders gewaltsam reagierte die Szene auf vermeintliche Repressionen des Staates, als etwa nach der Drogenrazzia in der Stockartstraße Polizeidienststellen angegriffen wurden. "Die Heftigkeit der Reaktionen zeigt die Brisanz des Antirepressionskampfes", stellt der Geheimdienst fest.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.06.2013

Frank Döring

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