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Polizeiticker Leipzig Leipziger Amtsgericht verurteilt Erpresser zu zweieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Leipziger Amtsgericht verurteilt Erpresser zu zweieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung
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23:59 23.04.2014
Amtsgericht Leipzig verurteilt Erpresser zu zweieinhalb Jahren Haft. Quelle: Andreas Döring
Leipzig

Das Amtsgericht verurteilte den 27-Jährigen gestern zu zweieinhalb Jahren Haft und damit einer Strafe, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

"Ihre Drohungen waren geeignet, gerade bei älteren Personen erhebliche Ängste hervorzurufen", sagte Richterin Ines Walther. Laut Urteil hatte Marcel N. Erpresserschreiben verfasst und sie im September und Oktober wahllos in Hausbriefkästen im Südosten und Süden Leipzigs eingeworfen. Er forderte die Empfänger auf, 4000 beziehungsweise auch 2000 Euro in eine Tüte zu packen und an einer bestimmten Haltestelle zu hinterlegen.

"Sollte es nicht zu einer Übergabe kommen, hat dies tödliche Folgen", drohte er den Adressaten an. Einige davon gingen aber zur Polizei - wie beispielsweise Elisabeth E. (77), die gestern als Zeugin berichtete: "Er hat uns damit einen gehörigen Schreck eingejagt." Die Staatsanwaltschaft ging von sechs Briefen aus, wobei es sich nur um die Spitze des Eisberges handelte. Laut Oberstaatsanwältin Beate Herber waren im Vorfeld bereits etliche Verfahren eingestellt worden.

Zur Geldübergabe sei es aber in keinem der Fälle gekommen. Als schwerwiegend galt der vom Angeklagten am 26. September unternommene Erpressungsversuch in der Commerzbank-Filiale in der Landsberger Straße. Dort forderte Marcel N. von einer Mitarbeiterin 5000 Euro und drohte ihr mit dem Einsatz eines Messers. Als sie die Herausgabe verweigerte, verließ der nicht maskierte Mann die Filiale, in der er schon längere Zeit Kunde und somit auch bekannt war. Die 36-jährige Frau war danach für zwei Wochen krank und leidet noch heute unter den Folgen. Gestern brach sie in Tränen aus.

Der nicht vorbestrafte Angeklagte hatte ein Geständnis abgelegt und sich bei den Betroffenen entschuldigt. Aufgrund seiner Schulden und damaligen Arbeitslosigkeit habe es sich um "eine Kurzschlussreaktion" gehandelt. Seine Verteidigung hatte auf zwei Jahre Haft auf Bewährung plädiert. Doch das Gericht hielt den Antrag der Oberstaatsanwältin - zweieinhalb Jahre Gefängnis - "für äußerst ausgewogen".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.04.2014

Sabine Kreuz

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