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Polizeiticker Leipzig Leipziger Branddirektor: „Es gibt keine Personalnot“
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Leipziger Branddirektor: „Es gibt keine Personalnot“
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23:02 11.04.2018
Blick in die Regionalleitstelle. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Stadt Leipzig hat Kritik der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) an einer Personalnot in der Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) zurückgewiesen. „Der Stellenplan, der vom Gemeinsamen Ausschuss der Stadt Leipzig und den beteiligten Landkreisen im Herbst letzten Jahres beschlossen wurde und 85 Stellen umfasst, ist vollständig besetzt“, teilte der Leiter der Branddirektion, Peter Heitmann, am Mittwoch auf LVZ-Anfrage mit. „Zum permanenten Betrieb rund um die Uhr sind 74 besetzte Stellen für Disponenten inklusive Dienstschichtführer verfügbar.“ 18 Mitarbeiter aus den aufgelösten Leitstellen der Landkreise Leipzig und Nordsachsen seien übernommen worden. „Sie werden wie die Disponenten aus der Stadt Leipzig eingesetzt und erfüllen die Aufgaben, die sie in guter Qualität in den Altleitstellen erfüllten“, betonte Heitmann.

Einsatzleitplätze nach Bedarf besetzt

Die Einsatzleitplätze würden täglich bedarfsgerecht entsprechend dem kalkulierten und errechneten durchschnittlichen Einsatzaufkommen besetzt. An Werktagen seien bis zu 23 Disponenten zeitlich gestaffelt nach einem festen Schichtplan in der IRLS tätig. Bei der Besetzung der Einsatzleitplätze würden die qualitativen Anforderungen nach Landesrecht strikt beachtet, versicherte der Feuerwehrchef. „Nicht ausgebildetes Personal darf und wird dafür nicht eingesetzt.“ Freiwerdende Stellen würden durch die Stadt rechtzeitig öffentlich ausgeschrieben und wiederbesetzt.

Feuerwehrnachwuchs in Ausbildung

Auch einen Ausbildungsstau, wie von der DFeuG moniert, dementierte der Branddirektor. „Um die Fortbildung zu gewährleisten, sind vier zusätzliche Stellen zur Kompensation des zeitlichen Ausfalles vorhanden und besetzt“, erklärte er. „Auch in der Berufsfeuerwehr Leipzig gibt es keine Personalnot.“ Neun Laufbahnbewerber hätten zum 3. April ihre Ausbildung absolviert. Sie würden von der Stadt quasi über den Plan eingestellt, obwohl entsprechende Personalabgänge erst im Laufe dieses Jahres entstehen. „Gegenwärtig befinden sich weitere 25 Laufbahnbewerber an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule zur Ausbildung, die in den Jahren 2019 und 2020 die altersbedingten Abgänge kompensieren werden“, so Heitmann.

Leitstelle auf besondere Lagen eingestellt

Aus aktuellem Anlass versicherte der Leiter der Branddirektion, dass die IRLS auch auf außergewöhnliche Situationen eingestellt sei. Bei besonderen Lagen werde die Notrufabfrage von allen Disponenten durchgeführt. So hätten beim Sturmtief „Friederike“ im Januar zahlreiche Disponenten Überstunden und Mehrarbeit geleistet und 25 Leitstellenplätze über viele Stunden besetzt, bis sich die Lage wieder normalisiert hatte.

Sturmtief-Einsatz als Negativbeispiel

Allerdings hatte die DFeuG gerade diesen Sturm-Einsatz als Negativbeispiel angeführt. Ihren Angaben zufolge hingen damals rund 1000 Anrufer in der Warteschleife, weil alle Disponentenplätze besetzt waren. Aushelfen mussten etwa die Landfunkstelle Markranstädt sowie die lokalen Leitstellen in den Gerätehäusern von Zwenkau und Markkleeberg. Die DFeuG macht dafür strukturelle Probleme verantwortlich. Nach ihren Informationen seien in der Leipziger Leitstelle pro Schicht gerade mal zehn Disponenten und ein Schichtführer für Notrufe im Einsatz. Weitere zwölf Disponenten pro Schicht könnten ausschließlich Krankentransporte managen, so die DFeuG, da sie aufgrund fehlender Qualifikationen nicht im Bereich der Gefahrenabwehr eingesetzt werden und keine Notrufe annehmen dürften (die LVZ berichtete).

Von Frank Döring

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