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Leipziger Chemiker entdeckt Spur zu Crystal-Mafia

Leipziger Chemiker entdeckt Spur zu Crystal-Mafia

Ein Leipziger Chemiker hat die Ermittlungsbehörden auf die Spur der Crystal-Mafia gebracht. Als Anfang November in einer Lagerhalle im Leipziger Norden knapp drei Tonnen des völlig neuen Crystal-Grundstoffs Chlorephedrin entdeckt wurden, feierten Bundeskriminalamt (BKA), Zollfahndung und Polizeibehörden diesen einzigartigen Ermittlungserfolg (die LVZ berichtete).

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Ex-BKA-Chef Jörg Ziercke (l.) und der Vize der tschechischen Antidrogen-­Zentrale, Peter Koci, präsentieren das Leipziger Chlorephedrin.

Quelle: Fredrik Von Erichsen dpa

Leipzig. Der Entdecker der Substanz blieb indes unerwähnt: Heiner Trauer von der Abteilung forensische Toxikologie des Uni-Instituts für Rechtsmedizin. Bereits im März 2013 stieß er bei der Routineuntersuchung einer verdächtigen Substanz auf das Chlorephedrin. Seine Analysen fanden in Zusammenarbeit mit der UniFakultät für Chemie und Mineralogie statt - und bewiesen erstmals, dass die Rauschgiftmafia offenbar einen neuen Grundstoff zur massenhaften Crystal-Produktion verwendet.

"Ich habe mein Gutachten an Kripo und Staatsanwaltschaft übergeben", sagte Trauer der LVZ. "Auch beim Bundeskriminalamt habe ich nachgefragt, auch dort war die Substanz völlig unbekannt." Bislang galt Ephedrin als Ausgangsstoff zur Produktion von Crystal Meth, somit ist die Abgabe in Deutschland durch das Grundstoffüberwachungsgesetz eingeschränkt. Chlorephedrin ist hingegen völlig legal, was auch die ungeheuren Vorräte in der Leipziger Lagerhalle erklärt.

Trauers Entdeckung elektrisierte die Behörden, umfassende Ermittlungen rollten an. In deren Ergebnis wurden ein deutsch-tschechischer Drogenring gesprengt, 15 Verdächtige verhaftet und 2,9 Tonnen Chlorephedrin beschlagnahmt. Mit der Chemikalie hätte die Bande Crystal im Wert von 184 Millionen Euro produzieren können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.11.2014

Frank Döring

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