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Leipziger Diskokrieg: Sechs Türsteher angeklagt – Artur T. soll als Zeuge aussagen

Leipziger Diskokrieg: Sechs Türsteher angeklagt – Artur T. soll als Zeuge aussagen

Sechs Jahre nach den blutigen Auseinandersetzungen in der Leipziger Diskoszene ist der Weg frei für einen neuen Strafprozess. Nach LVZ-Informationen gab das Oberlandesgericht einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft statt und ließ die Anklage gegen sechs Türsteher zu.

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Vor fast sechs Jahren eskalierte in Leipzig der Diskokrieg - nun steht ein Strafprozess gegen sechs beteiligte Türsteher bevor.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Als Zeuge ist auch die damalige Unterweltgröße Artur T. vorgesehen.

Bereits im Dezember 2009 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sieben Security-Männer wegen gefährlicher Körperverletzung erhoben. Gegenstand des Verfahrens sind die massiven Auseinandersetzungen am 8. März 2008 im Schauhaus. Es war gegen 2.40 Uhr, als in jener Nacht die Lage in der stadtbekannten Disko am Dittrichring völlig außer Kontrolle geriet und der Diskokrieg eskalierte.

Türsteher Marko Z. bekam damals einen lebensbedrohlichen Messerstich in die Herzgegend, wurde in einer Klinik notoperiert und in künstliches Koma versetzt. Anfangs beschuldigte er Artur T. der Tat. Der armenische Boxer führte zu dieser Zeit jene überwiegend aus Migranten bestehende Gruppierung an, die schon Monate zuvor immer wieder Türsteher attackiert hatte. Doch 2011 stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen T. wegen versuchten Totschlags ein: Der Tatverdacht habe sich nicht bestätigt, für einen Messerangriff gebe es keine Zeugen. Stattdessen gehört nun der 1,97 Meter große Ex-Freefight-Champion Marko Z. zu den Angeklagten. Er und weitere Security-Männer sollen ihre ausländischen Kontrahenten in jener Nacht angegriffen und fünf Personen verletzt haben.

Mitte 2010 wurde das Verfahren gegen einen der angeklagten Türsteher eingestellt, weil der Mann bereits wegen anderer Tatvorwürfe zu einer hohen Haftstrafe verurteilt wurde. Anfang September 2013 erging vom Landgericht Leipzig ein Eröffnungsbeschluss: Demnach wurde die Anklage der Staatsanwaltschaft zwar zur Hauptverhandlung zugelassen, allerdings nur gegen drei der verbliebenen sechs Beschuldigten.

Gegen diesen Beschluss legte die Staatsanwaltschaft eine sofortige Beschwerde beim Oberlandesgericht (OLG) ein, bestätigte Behördensprecher Ricardo Schulz jetzt auf LVZ-Anfrage. Am 4. Dezember hob das OLG den Eröffnungsbeschluss des Landgerichts auf, ließ die Anklage gegen sechs Türsteher zu und eröffnete das Hauptverfahren.

In dieser Woche gingen die Akten wieder zurück zum Landgericht. Wann der Prozess beginnt, steht gegenwärtig noch nicht fest. "Bisher wurden keine Termine anberaumt", sagte gestern Landgerichtssprecherin Christiane Fernstedt.

Fraglich ist auch, ob Artur T. zur Gerichtsverhandlung in Leipzig erscheinen wird. In der Anklageschrift ist er als Zeuge benannt. Der stämmige Armenier war im März 2009 samt Familie aus Leipzig verschwunden, vermutlich in seinem Heimatland untergetaucht. Obwohl der internationale Haftbefehl gegen ihn längst aufgehoben ist, scheint eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte keine Option zu sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25. Januar 2014.

Döring, Frank

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