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Leipziger Gastwirtin bestreitet Mordplan gegen Gatten

Prozess am Landgericht Leipziger Gastwirtin bestreitet Mordplan gegen Gatten

Hat eine Leipzigerin drei Auftragskiller angeheuert, um ihren scheidungsunwilligen Ehemann zu töten? Im Prozess am Leipziger Landgericht wies die beschuldigte Gastwirtin Yvonne K. (33) am Dienstag die Tatvorwürfe zurück.

Angeklagte Yvonne K.: Schickte sie drei Killer los, um ihren Ehemann töten zu lassen?

Quelle: Kempner

Leipzig.  Hat eine Leipzigerin drei Auftragskiller angeheuert, um ihren scheidungsunwilligen Ehemann zu töten? Im Prozess am Leipziger Landgericht wies die beschuldigte Gastwirtin Yvonne K. (33) am Dienstag die Tatvorwürfe zurück.

Es war in ihrer Gaststätte in Paunsdorf, wo sie ihren späteren Ehemann Gerd U. (52) kennenlernte. Er war hier Stammgast. Doch sein erheblicher Alkoholkonsum und seine finanziellen Probleme hätten in der Ehe zunehmend zu Streitereien geführt, ließ die Angeklagte am Dienstag über ihren Verteidiger erklären. Schließlich erteilte sie im Dezember 2016 ihrem Noch-Gatten Hausverbot für die Kneipe und zog aus dem gemeinsamen Haus aus. „Ich wollte die Scheidung“, heißt es in ihrer schriftlichen Aussage. Jedoch habe sie keinen Auftrag erteilt, ihren Ehemann zu misshandeln oder gar zu töten.

Einer der Mitangeklagten hat daran andere Erinnerungen. Ronny F. (32) war laut Anklage einer der drei Männer, die am 21. Januar dieses Jahres gegen 3.30 Uhr auf Geheiß der Frau mit deren Schlüssel in das Haus der Eheleute in Paunsdorf eingedrungen sein und Gerd U. malträtiert haben sollen. Yvonne K. habe ihnen in ihrem Lokal ein paar Runden spendiert und dann erzählt, dass sie Ärger mit ihrem Mann habe, so Ronny F. „Sie sagte, dass wir ihm Angst machen und aus dem Haus jagen sollen.“

Dem Ansinnen kamen die drei Beschuldigten – neben Ronny F. noch sein Bruder Marcel F. (33) sowie Ronni H. (34) – nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft mit vollem Einsatz nach. Eine Gymnastikkeule sei sogar zerbrochen, als damit auf seinen Kopf geschlagen wurde, erzählte Gerd U. vor Gericht. „Dann lag ich auf dem Boden und sie haben noch eine halbe Stunde auf mich eingetreten.“ Einer der Angreifer habe gesagt: „Dreh’ ihm endlich das Genick um!“ Doch dann hätten sie von ihm abgelassen und gedroht: Wenn er nicht innerhalb einer Stunde aus dem Haus verschwunden sei, kämen sie wieder. Dies wurde von Ronny F. so bestätigt. Er bestritt jedoch, Gegenstände aus dem Haus gestohlen zu haben.

Gerd U. musste nach dem Gewaltexzess ins Krankenhaus, hatte eine blutende Kopfplatzwunde, eine gebrochene Rippe und Prellungen am ganzen Körper, darunter auch eine Schädelprellung. „Es bestand die Gefahr, dass er tödliche Verletzungen erleidet“, heißt es in der Anklageschrift. Noch immer leidet er unter Schmerzen und schreckt nachts gegen 3.30 Uhr – dem Zeitpunkt des Überfalls – aus dem Schlaf. Deshalb ist er auch in psychologischer Behandlung. Inzwischen will er erfahren haben, dass seine Frau intensiv nach Auftragskillern gesucht haben soll. So habe sie zwei Russen namens Alex und Sergej 3000 Euro für das Ableben ihres Ehemannes geboten, was das Duo aber abgelehnt habe. Ob das stimmt, bleibt zumindest fraglich. Denn Gerd U. verwickelte sich bei der Vernehmung vor Gericht in Widersprüche.

Gleichwohl geht auch die Staatsanwaltschaft davon aus, dass Yvonne K. binnen weniger Monate zweimal Mordaufträge erteilt hat. Bereits im Herbst 2016 soll sie einen Bekannten angerufen und ihn aufgefordert haben, ihren Ehemann umzubringen. Derjenige lehnte jedoch ab. Die Angeklagte wähnt sich hingegen als Opfer einer Verschwörung. Solche Zeugenaussagen zielten darauf ab, „mich für sehr lange Zeit aus dem Verkehr zu ziehen, um in der Gaststätte eigene Interessen durchzusetzen“, heißt es in ihrer Erklärung. Seit sie in Untersuchungshaft sitzt, habe es dort schon einen Brandanschlag und mehrere Einbrüche gegeben.

Der Prozess ist noch bis Mitte Dezember geplant. Während der Gastwirtin Anstiftung zum versuchten Mord vorgeworfen wird, stehen ihre drei Mitangeklagten wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubs vor Gericht.

Von Frank Döring

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