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Leipziger Gericht urteilt: Keine Notwehr, sondern massiver Angriff

Leipziger Gericht urteilt: Keine Notwehr, sondern massiver Angriff

Zwei Jahre nach einer Schlägerei mit beinahe tödlichem Ausgang in der Leipziger Südvorstadt stand für das Landgericht am Dienstag fest: "Der Angeklagte befand sich nicht in einer Notwehrsituation.

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Landgericht Leipzig verurteilt 29-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung.

Quelle: dpa

Leipzig. " Das Urteil lautete: zwei Jahre und neun Monate Haft. Vielmehr habe der 29-jährige Habibullah S. seinen Bekannten mit einer abgebrochenen Flasche angegriffen und dabei im Bauchraum so schwer verletzt, dass das Opfer in Lebensgefahr schwebte.

Urteil: zwei Jahre und neun Monate Haft wegen gefährlicher Körperverletzung.  Dabei handelt es sich um eine Strafe, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Einen versuchten Totschlag, wie ursprünglich angeklagt, hielt das Gericht aber für nicht erwiesen.

Wie berichtet, war der Angeklagte Habibullah S. am 8. April 2012 in der Wohnung seines Bekannten Same M. (37) in der Karl-Liebknecht-Straße zu Gast. Es sollte ein schöner Abend unter vier Männern werden, bei dem gekocht, geplauscht und getrunken wird. Nach Mitternacht gab es jedoch einen Streit, die Situation eskalierte. Das Gericht ging gestern davon aus, dass die Männer-Runde dem aus Afghanistan stammenden S. damals vorhielt, gewalttätig gegenüber Angehörigen geworden zu sein und seine Ehefrau geschlagen zu haben.

"Als der Angeklagte daraufhin beleidigend wurde, verwies ihn der Gastgeber der Wohnung", sagte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf. Durch seine Aggressivität habe S. die Stimmung aber weiter aufgeheizt. Nachdem er von draußen mit Steinen und Flaschen Fensterscheiben eingeworfen hatte, kam es vor dem Haus zu der Schlägerei.

Nach Darstellung des Angeklagten stach er in jener Nacht mit der abgebrochenen Flasche nur zu, weil er zuvor von dem Iraker Same M. mit einem Teleskopschlagstock misshandelt worden sei. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass mein Mandant in Notwehr handelte, um weitere Schläge abzuwehren", sagte gestern Verteidiger Stefan Wirth und forderte Freispruch. Er verwies mehrfach darauf, dass sowohl Same M. als auch die beiden anderen Männer im Verfahren den Einsatz des Schlagstockes verschwiegen und massiv gelogen hätten. Staatsanwalt Torsten Naumann ging zwar von einer Notwehrlage aus. "Der Angeklagte hat aber die Grenzen des Notwehrrechtes überschritten." Naumann plädierte auf drei Jahre Haft wegen gefährlicher Körperverletzung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2014

Kreuz, Sabine

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