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Leipziger Hebamme steht nach dem tragischen Tod eines Baby erneut vor Gericht

Leipziger Hebamme steht nach dem tragischen Tod eines Baby erneut vor Gericht

Knapp fünf Jahre nach dem Tod eines Babys während einer Geburt an der Uniklinik Leipzig wird vor Gericht erneut versucht, die Schuldfrage zu klären. Am Mittwoch begann vor dem Landgericht Leipzig ein Berufungsprozess gegen eine 50 Jahre alte Hebamme der Uniklinik.

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Die Angeklagte mit ihren Verteidigern im Gerichtssaal.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Sie war in erster Instanz wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 3000 Euro Geldstrafe verurteilt worden, weil sie vor der Geburt des kleinen Tony 2008 schwere Fehler gemacht haben soll. Der Junge kam nach einem Not-Kaiserschnitt hirntot zur Welt.

Gegen das Urteil des Amtsgerichtes Leipzig hatten alle Beteiligten Berufung eingelegt. Die Verteidigung will einen Freispruch für die Hebamme erreichen, die Staatsanwaltschaft und die Eltern des toten Kindes, die den Prozess als Nebenkläger verfolgen, eine Verurteilung auch wegen fahrlässiger Tötung.

Die 50-Jährige schwieg zum Prozessauftakt am Mittwoch. Tonys Eltern sagten als Zeugen aus und schilderten eine routinierte, wenn nicht rüde Art, mit der ihnen die Hebammen des Uniklinikums am Abend jenes verhängnisvollen 27. September 2008 begegnet sein sollen.

„Ich habe gestöhnt, ich habe geschrien, ich habe in die Matratze gebissen, weil ich nicht wusste, wohin mit den Schmerzen“, sagte die 34 Jahre alte Mutter. Die angeklagte Hebamme und andere Uniklinik-Mitarbeiter hätten dies aber abgetan. Vor dem Amtsgericht hatte das Klinikpersonal damals ausgesagt, die Frau habe ganz normal gewirkt.

Die Mutter hatte vor drei Jahren bei der Entbindung ihrer Tochter einen aufwendigen sogenannten T-Kaiserschnitt gehabt. Das erhöht das Risiko für einen Gebärmutterriss. Bei ihrem Jungen Tony erlitt die Frau schließlich diesen Riss. Das Baby lag ungeschützt in der Bauchhöhle und wurde nicht mehr genug mit Sauerstoff versorgt. Die Not-OP kam für den eigentlich völlig gesunden Tony zu spät. Am 7. Oktober 2008 wurde er für tot erklärt.

Die beiden Verteidiger der Hebamme sehen keine Anhaltspunkte, dass sich die 50-Jährige einer Körperverletzung an der Mutter schuldig gemacht hat. Weder habe sie von dem T-Schnitt und dem damit erhöhten Risiko gewusst, noch habe es die behaupteten starken Schmerzen gegeben. Und selbst wenn die Hebamme die Mutter lückenloser überwacht hätte, wäre der Gebärmutterriss nicht zu verhindern gewesen. Für eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung des Babys gebe es erst recht keinen Grund. Der Prozess soll an diesem Donnerstag fortgesetzt werden.

dpa

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