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Leipziger Justizposse um Hakenkreuz-Tattoo bei Kreisliga-Kick – Hinweisgeber soll Strafe zahlen

Leipziger Justizposse um Hakenkreuz-Tattoo bei Kreisliga-Kick – Hinweisgeber soll Strafe zahlen

Ein tätowiertes Hakenkreuz auf dem Arm eines Kreisliga-Kickers beschäftigt seit gut zwei Jahren die Leipziger Justiz. Nach Verurteilung des Spielers zur Zahlung von 3.440 Euro droht jetzt auch dem couragierten Funktionär, der die Behörden auf das Hakenkreuz aufmerksam gemacht hat, eine Strafe.

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Archivfoto

Quelle: dpa

Leipzig. Der Betreuer von Roter Stern Leipzig lud im Sommer 2011 nach einer Partie gegen den SV Lipsia 93 ein Foto des Nazi-Symbols auf Gegners Arms ins Internet und löste damit eine Debatte aus. Nun soll er wegen Verletzung der Bildrechte 1200 Euro bezahlen.

„Ursprünglich sollte das Verfahren schon gegen eine Zahlung von 250 Euro eingestellt werden“, erklärt Grünen-Politiker Jürgen Kasek, der den Betreuer juristisch vertritt. Sein Mandat wollte seine Schuld aber nicht einfach so akzeptieren. „Deshalb wurde jetzt ein Strafbefehl in Höhe von 40 Tagessätzen zu 30 Euro erlassen, ausgesetzt auf ein Jahr Bewährung“, sagte Kasek gegenüber LVZ-Online und fügte an: „Ich kann diese Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen, wir werden dagegen Einspruch einlegen!“

Nach Ansicht des Anwalts sei der Träger des Hakenkreuzes schon durch den Prozess eine sogenannte relative Person der Zeitgeschichte geworden, ohne explizite Bildrechte. Außerdem stünden beim Fotografieren während öffentlicher Fußballspiele solche Ansprüche ohnehin nicht zur Debatte, so Kasek. Darüber hinaus berichtet der Grünen-Politiker, dass sein Mandant beim Strafprozess gegen den Lipsia-Spieler im März gar nicht als Zeuge geladen war. Stattdessen soll der Richter sein Urteil auch anhand des Fotos gefällt haben, das dem RSL-Betreuer nun zur Last gelegt wird.

Ob es zum Prozess vor dem Leipziger Amtsgericht kommt, ist bisher noch ungewiss. Klar ist dagegen bereits die Haltung des SV Lipsia 93, in dessen Dress der Hakenkreuz-Träger gegen Roter Stern Leipzig aufgelaufen war. Der Verein stärkte dem RSL-Betreuer in einer Mitteilung demonstrativ den Rücken, wünschte ihm ein erfolgreiches Prozessende und leitete Maßnahmen gegen den eigenen Spieler ein. Inzwischen ist der Fußballer kein Lipsia-Vereinsmitglied mehr.

Matthias Puppe

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