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Leipziger Polizei: „Haben seit Monaten vor Zuspitzung gewarnt“

Einsatzkräfte setzen auf stärkere Vernetzung Leipziger Polizei: „Haben seit Monaten vor Zuspitzung gewarnt“

Wie reagiert die Leipziger Polizei auf die rechten Ausschreitungen in Connewitz? Womit muss Leipzig künftig rechnen? Die Polizeidirektion Leipzig im Kurzinterview mit LVZ.de.

Polizeieinsatz nach rechten Randalen in der Wolfgang-Heinze-Straße in Connewitz. Anwohner wurden von den Gewalttaten völlig überrascht.
 

Quelle: LVZ

Leipzig.  Wie reagiert die Leipziger Polizei auf die rechten Ausschreitungen in Connewitz? Womit muss Leipzig künftig rechnen? Andreas Loepki, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, im Kurzinterview.

Herr Loepki, müssen sich die Leipziger vor weiteren Straßenkämpfen von Links- und Rechtsradikalen fürchten?

Vor dieser Situation und einer weiteren Zuspitzung warnt die Polizeidirektion Leipzig seit Monaten. Nachdem Linksextremisten in der jüngeren Vergangenheit immer wieder die privaten Wohn- und Geschäftsadressen von zum Beispiel AfD- oder NPD-Mitgliedern aufsuchten, um dort in auch massiver Form und mit einschüchternder Zielrichtung Straftaten (Körperverletzung, Bitumenbomben, Brandlegung, Zerstörung Scheiben und Inventar, Graffiti etc.) zu begehen, war es leider nur eine Frage der Zeit, bis Rechtsextremisten versuchen würden, ähnlich zu agieren. Das gestrige Verhalten erscheint uns in diesem Zusammenhang schon als Reaktion, den „politischen Gegner“ im vermeintlich heimischen Gefilde zu treffen.

Oberbürgermeister Burkhard Jung warnt davor, dass sich die Situation in der Stadt weiter aufschaukeln könnte. Die Polizei „müsse gegen jede Form von Gewalt“ vorgehen. Schaffen Sie das mit Ihren Beamten auf Dauer?

Leider ist mit einer weiteren Häufung derartiger Vorkommnisse und entsprechender Resonanzstraftaten zu rechnen. Derartigen Straftaten und Gewaltausbrüchen kann nur durch eine schnelle und vernetzte Informationsgewinnung begegnet werden. Nur so besteht die Möglichkeit, Einsatzkräfte zur richtigen Zeit am richtigen Ort vorhalten zu können. Dies ist zudem der einzig sinnvolle Schutz für unbeteiligte Dritte. Im Sinne von Präventionsmaßnahmen extremistisches Denken und Handeln beeinflussen zu wollen, wäre ein schlicht naiver Ansatz.

Wie kann die Polizei die Leipziger Bürger vor Gewaltexzessen wie am Montag und auch am 12. Dezember schützen?

Die Polizei hält zunächst einmal fest, sich Symptomen gegenüberzusehen, deren Ursache tiefer liegen. Die Polizei stellt sich ihrer Verantwortung und geht auch ohne Aufforderung gegen jede Form der Gewalt vor – manchmal könnte man glauben, damit ein Alleinstellungsmerkmal zu haben. Aber die Polizei ist nicht der Generalschlüssel zur Lösung und sie ist auch nicht die Institution, auf welche die Gesellschaft regelmäßig die eigene Verantwortung abwälzen kann.

Vielen Dank für das Gespräch.

Von Matthias Roth / Evelyn ter Vehn

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