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Leipziger Polizei erweitert Mordkommission nach Leichenfund im Elsterbecken

Leipziger Polizei erweitert Mordkommission nach Leichenfund im Elsterbecken

Um den grausamen Leichenfund am Elsterbecken aufzuklären, hat die Leipziger Polizei am Mittwoch eine spezielle Ermittlergruppe gebildet. Der erweiterten Mordkommission gehören 30 Ermittler aus verschiedenen Kommissariaten an, die sich ab sofort ausschließlich mit dem Fall beschäftigen.

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Beamte der Bereitschaftspolizei sammelten am Ufer des Elsterbeckens weitere Hinweise.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. „Sie ist die Vorstufe zu einer Sonderkommission (Soko)“, sagte Polizeisprecherin Uta Barthel am Abend gegenüber LVZ-Online.

Ob es nach dem Fund zerstückelter Leichenteile im Elsterbecken zur Gründung einer Soko kommt, stehe noch nicht fest. „Dies hängt von den Umständen der weiteren Ermittlungen ab“, so die Polizeisprecherin. Leiter der Ermittlergruppe ist Rainer Baacke, seit 2006 Chef der Leipziger Mordkommission. Bereits bei den Mordfällen Mitja (2007) und Michelle (2008) leitete er die Ermittlungen. Nach wenigen Wochen konnte die Polizei damals beide Kindermörder fassen.

Im Elsterbecken-Fall stehen die Ermittler der Kripo derzeit noch vor einem Rätsel. Auch am Mittwoch ging die Spurensuche vor Ort weiter. Einheiten der Bereitschaftspolizei machten sich am Morgen auf ins Schilf und stocherten mit Eisenstangen in der Böschung.. „Wir waren heute zwischen der Zeppelinbrücke und der Hans-Driesch-Straße unterwegs“, berichtete Polizeisprecher Mario Weigelt.

Ermittler finden Spuren mit Luminol

Noch immer ist neben den Beinen auch der Kopf der zerstückelten Leiche verschwunden. „Die Chance liegt bei 50 zu 50, dass wir ihn finden“, glaubt Weigelt. Bis dahin können Kriminalisten und Rechtsmediziner nur Mutmaßen, wie groß der getötete Mann war.

Am Sonntag hatte ein Pilzsammler zunächst die Arme der Leiche gefunden, am Tag darauf fanden Polizisten den Torso und ein weiteres Körperteil. Der Weg zur Aufklärung der Identität des Opfers bleibt zunächst verbaut. Die Ermittler wissen deshalb auch nicht, ob es sich um einen Deutschen handelt. „Wir können zur Herkunft keine gesicherten Angaben machen“, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz.

Ausgewertet werden weiter Spuren, die die Ermittler am Dienstagabend unter der Zeppelinbrücke gesammelt haben. Dabei haben die Beamten Luminol verwendet. Die chemische Substanz reagiert mit Eiweiß und zeigt unter UV-Licht dann Verfärbungen. So bekommen die Kriminalisten Hinweise auf mögliche Blutflecken.

Bei der Suche ließ die Polizei extra den Auto- und Straßenbahnverkehr auf der Brücke für eine halbe Stunde stoppen. Die Straßenbeleuchtung wurde sogar mehr als eine Stunde abgeschaltet, um die Brücke und das angrenzende Ufer in tiefe Dunkelheit zu tauchen. „Einige Sachen haben wir gefunden“, berichtete Schulz. Ob die Hinweise im Fall tatsächlich weiterhelfen, ist offen. Unter der Brücke seien viele Tiere unterwegs. Damit könnten auch sie eine blutige Spur hinterlassen haben.

Die Beamten der Bereitschaftspolizei sammelten am Mittwoch immer wieder Gegenstände an der Böschung auf und steckten sie in Plastiktüten. Sie werden später im Labor untersucht. „Durch das Niedrigwasser kommen jetzt auch viele Dinge aus anderen Straftaten ans Tageslicht“, erklärte Weigelt. Taschen etwa, die von Diebstählen stammten und später ins Elsterbecken geworfen wurden. Am Donnerstag solle die Suche an den Ufern fortgesetzt werden.

Matthias Roth/Robert Nößler

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