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Leipziger Polizei löst Soko „Elster“ auf – Ermittlungen im Mordfall Jonathan H. eingestellt

Leipziger Polizei löst Soko „Elster“ auf – Ermittlungen im Mordfall Jonathan H. eingestellt

Acht Monate lang setzte die Leipziger Polizei ein Puzzle aus Spuren und Beweisen zusammen, dutzende Beamte arbeiteten unter Hochdruck an der Aufklärung des grausamen Mords an Jonathan H.

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Suche nach Leichenteilen im November 2011 am Leipziger Elsterbecken: Die Ermittlungen im Mordfall Jonathan H. wurden jetzt eingestellt.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. (23). Obwohl vom Kopf der zerstückelten Leiche noch immer jede Spur fehlt, hat die Polizei ihre Ermittlungen jetzt eingestellt. „Die Soko Elster gibt es nicht mehr“, bestätigte Sprecherin Uta Barthel gegenüber LVZ-Online.

Mit der Anklage gegen den Tatverdächtigen Benjamin Hupel (23) sei auch die im November 2011 gegründete Sonderkommission aufgelöst worden. „Die Umfeldermittlungen zum Tatverdächtigen sind abgeschlossen“, erklärte Barthel. Damit habe die Soko „Elster“ ihre Aufgabe, die Beweislage zu erhärten, erfüllt. Die Personalstärke der Ermittlergruppe war bereits zuvor sukzessive reduziert worden. Zuletzt gehörten der Soko noch rund 30 Beamte an.

Am 18. Juli wurden die Ermittlungen laut Polizei offiziell eingestellt. Eine Woche später waren die acht Kisten füllenden Akten zum Mordfall zusammen mit Anklage von der Staatsanwaltschaft an das Leipzier Landgericht übergeben worden. Dort wird derzeit die Eröffnung des Hauptverfahrens geprüft.

Mordlust: Tötete Hupel aus Zeitvertreib?

Unklar ist jedoch weiterhin, wo sich der Kopf des getöteten Jonathan H. befindet. Laut Polizei wurde er noch immer nicht gefunden. Einzelne Teile der Leiche waren erstmals Anfang  November im Leipziger Elsterbecken entdeckt worden. Kurz darauf wurde die Soko „Elster“ ins Leben gerufen, die den zur Öffentlichkeitsfahndung ausgeschriebenen Hupel schließlich im April 2012 in einer Wohnung in Kassel festnehmen konnte. Der Angeklagte schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Hupel wird laut Anklage vorgeworfen, seinen gleichaltrigen Bekannten im Herbst 2011 getötet und die Leiche anschließend zerstückelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft unterstellt dem aus Arnstadt in Thüringen stammenden 23-Jährigen „Mordlust“ als Motiv. Laut juristischer Definition tötet ein Täter dabei entweder aus Zeitvertreib, als Angeberei oder „aus Freude an der Vernichtung eines Menschenlebens“. Die Tötung selbst betrachtet ein Täter, bei dem dieses Mordmerkmal zutrifft, als nervliche Stimulation oder als sportliches Vergnügen. Bei Hupel sehen die Ermittler mindestens einen dieser Punkte als gegeben an.

Tausende Ermittlungsakten werden gesichtet

Ob das Verfahren gegen ihn eröffnet wird, ist bislang aber noch offen. Bis Mitte August läuft die Drei-Wochen-Frist, in der sich der Angeklagte und seine Anwälte zu den Vorwürfen äußern können. Jens Mader, einer der Verteidiger, lehnte auf Anfrage von LVZ-Online eine Stellungnahme ab. Das Leipziger Landgericht prüft parallel, ob die Beweise für ein Verfahren ausreichen. Tausende Akten werden dafür momentan gesichtet. Mit einem möglichen Prozessauftakt gegen Hupel wird frühestens Ende des Jahres gerechnet.

Robert Nößler

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