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Bereitschafts- und Bundespolizei trainieren an Stadion und Arena den Ernstfall

Erst Fußballrandale, dann Terroralarm Bereitschafts- und Bundespolizei trainieren an Stadion und Arena den Ernstfall

Die Bundesliga-Saison ist zwar vorbei, in der Red-Bull-Arena waren am Mittwoch trotzdem Fußballfans anzutreffen, die auch Pyrotechnik zündeten. Die Gruppe bestand allerdings nicht aus echten Schlachtenbummlern, sondern aus Polizeischülern, die echte Fußballfans für eine Behördenübung spielen mussten.

Im Bereich der Arena Leipzig wurde für einen möglichen Terroranschlag geübt.

Quelle: Polizei Sachsen

Leipzig. Es begann am frühen Morgen als  ganz normaler Einsatz gegen anreisende Fußballfans, doch plötzlich sahen sich die Bereitschaftspolizisten einem Terrorszenario mit Todesopfern ausgesetzt: Eine Hundertschaft der Leipziger Bereitschaftspolizeit trainierte am Mittwoch mehrere Stunden lang gemeinsam mit Kollegen der Bundespolizei an Hauptbahnhof, Red-Bull-Arena und Arena Leipzig den Ernstfall.

Polizeianwärter mimen Fußballfans

Punkt 6 Uhr war Dienstbeginn, gute eine Stunde ging es am S-Bahn-Haltepunkt Neue Messe los. Etwa hundert Schlachtenbummler, dargestellt von Polizeimeisteranwärtern der Polizeifachschule Leipzig, wurden hier von Polizeieinheiten abgepasst, um sie zum Stadion zu geleiten. Zunächst ging es mit der Bahn zum Hauptbahnhof, von da via Shuttlebussen zum Gästeblock der Red-Bull-Arena an der Hans-Driesch-Straße.

„Die Absicherung von Fußballspielen von der vierten bis zur ersten Liga ist in Sachsen regelmäßiger Einsatzanlass für die zuständigen Polizeidirektionen und die Bereitschaftspolizei“, begründete Bereitschaftspolizeisprecher Stefan Walther die Großübung. „Der sportliche Charakter der Veranstaltungen steht stets im Vordergrund, friedliche An- und Abreise sowie ein störungsfreier Verlauf sind das gemeinsame Ziel einer übergroßen Mehrheit von Heim- und Gästefans sowie der Polizei.“ Doch bekanntlich kommt es immer wieder am Rande von Fußballspielen zu gewaltsamen Zwischenfällen und Krawallen. „Deshalb müssen derartige Einsätze vorbereitet werden, um im Ernstfall routiniert und effektiv gegen Störer vorgehen zu können“, so Walther.

Zwar sei im Stadion zunächst der Sicherheitsdienst des Veranstalters zuständig. Doch wenn die Security eine Lage nicht mehr beherrschen kann, kommt auch hier die Polizei zum Zuge. Somit übten die Beamten am Mittwoch auch die Unterstützung bei Einlasskontrollen, das Einschreiten beim Abbrennen von Pyrotechnik im Gästeblock und das Vorgehen gegen randalierende Hooligans. Begleiterscheinungen, mit denen  RB Leipzig dank seiner friedlichen Fans bei Heimspielen eher nichts zu tun hat. Unerwünscht waren am Mittwoch allerdings  auch Bilder von der realitätsnahen Übung, RB machte nach Angaben der Polizei von seinem Hausrecht Gebrauch und untersagte Pressefotos des Einsatzes im Stadion.

"Terroralarm" nach Fußballübung

Der dramatischste Teil des Polizeitrainings fand ohnehin außerhalb des Fußballtempels statt. Die Planer der Übung hatten sich für die Einsatzkräfte noch eine Überraschung ausgedacht, von der vorab nur wenige Eingeweihte aus der Führung wussten. Und dieses Szenario sah dann wirklich nach bitterem Ernst aus.

Plötzlich sollten einige Einheiten wegen einer gewaltsamen Auseinandersetzung zur Arena Leipzig verlegen. Doch dort bekamen es die Beamten, darunter Angehörige einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit, überraschend mit drei maskierten und bewaffneten Tätern zu tun. Zudem parkte vor der Halle ein Transporter, der eine Sprengvorrichtung an Bord hatte. Terroralarm! Die Einsatzkräfte trugen ballistische Westen und spezielle Schutzausrüstung, mussten sich in einer inszenierten Lage behaupten, bei der es zahlreiche Verletzte und sogar Todesopfer gab. „Die besondere Schwierigkeit bestand darin, dass die Kollegen von dem Fußballeinsatz, der in weiten Teilen routiniert abläuft, in eine vollkommen andere Situation umschalten mussten“, sagte Walther. „Wichtig war auch die Kommunikation zwischen den einzelnen Einheiten in einer solchen Lage.“

Als Überraschung für die beteiligten Polizeieinheiten hatten sich die Planer am späten Vormittag zudem noch ein Anschlagsszenario mit Schusswaffen an der nahen Arena ausgedacht. Die Bereitschafts- und Bundespolizisten sollten dabei das Umschalten von einem geplanten auf einen sogenannten Soforteinsatz üben, hieß es.

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Erstes Fazit ist positiv

Noch am Mittwoch fand eine Auswertung der Übungsleitung mit den einzelnen Einheitsführern statt. Das erste Fazit fiel positiv aus. „Gut war, dass es überhaupt die Gelegenheit zu einer gemeinsamen Übung mit der Bundespolizei gab“, stellte Walther fest. Aus der Analyse des gestrigen Trainings sollen sich nun Schwerpunkte für die künftige Ausbildung ergeben.

Frank Döring

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