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Leipziger Polizei tappt bei Brandserie im Dunkeln – Zukunft der Krause-Villa nach Feuer unklar

Leipziger Polizei tappt bei Brandserie im Dunkeln – Zukunft der Krause-Villa nach Feuer unklar

Immer wieder ist es in den vergangenen Wochen zu Dachstuhlbränden in leerstehenden Gebäuden in Leipzig gekommen. In fast allen Fällen geht die Polizei von Brandstiftung aus, so auch beim Feuer am Donnerstag im Leipziger Südosten.

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Die alte Krause-Villa in Anger-Crottendorf brannte Ende März komplett nieder. Die Polizei geht von Brandstiftung nieder.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Bei Nacht waren die Täter in das unbewohntes Haus in der Dieskaustraße eingedrungen, verschütteten im Dachgeschoss sowie im Treppenhaus Benzin und setzten dieses vorsätzlich in Brand, teilte Polizeisprecher Uwe Voigt am Freitag mit. Wenig später stand der Dachstuhl des vierstöckigen Gebäudes in Flammen. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist das Haus nach dem Feuer unbewohnbar“, so Voigt weiter.

Bei der Suche nach den Brandstiftern tappt die Kriminalpolizei bislang noch im Dunkeln. Eine Verbindung zu anderen Dachstuhlbränden in letzter Zeit, vor allem im Leipziger Osten, wird derzeit nicht ausgeschlossen. „Wir prüfen, ob hier ein Zusammenhang besteht, also ob es andere Brände gab, die dem Umfeld zuzurechnen sind“, sagte Voigt. Erst am Sonntag war es in Engelsdorf zu einem Feuer in einer leerstehenden Bauruine gekommen. Bereits in der Nacht zum 5. April hatte ein unbewohntes Mehrfamilienhaus in der Torgauer Straße gebrannt. Auch in diesen Fällen geht die Polizei von Brandstiftung aus.

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Immer wieder ist es in den vergangenen Wochen zu Dachstuhlbränden in leerstehenden Gebäuden in Leipzig gekommen. In fast allen Fällen geht die Polizei von Brandstiftung aus, so auch beim Feuer am Donnerstag in der Dieskaustraße. Bei der Tätersuche tappen die Ermittler bislang noch im Dunkeln, auch beim Feuer in der Krause-Villa auf dem ehemaligen Polygraph-Gelände. Ob das Gebäude abgerissen wird, ist derzeit offen.

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Der verheerendste Brand der vergangenen Wochen ereignete sich in der Nacht zum 25. März, als in Anger-Crottendorf die alte Fabrikanten-Villa von Karl Krause den Flammen zum Opfer fiel. Das 1896 erbaute, seit der Wende leerstehende Gebäude auf dem ehemaligen Polygraph-Gelände an der Zweinaundorfer Straße brannte komplett nieder. Ursache für das Feuer sei nach bisherigen Erkenntnissen ein „unsachgemäßer Umgang mit einer offenen Flamme“ gewesen, so Polizeisprecherin Uta Barthel. Nicht fest steht jedoch, ob ein im Inneren des Gebäudes entzündetes Feuer oder beispielsweise nur eine achtlos weggeworfene Zigarette den Brand ausgelöst hat.

Besitzverhältnisse der abgebrannten Krause-Villa unklar

Ob die einsturzgefährdete Ruine abgerissen wird, ist noch offen, da über die Besitzverhältnisse der alten Villa Unklarheit herrscht. Der Eigentümer – nach Rathausangaben handelt es sich dabei um die Crottendorf Projektentwicklung und Verwaltungs GmbH aus München – hat sich trotz schriftlicher Anfrage bislang noch nicht bei der Stadt gemeldet.

„Ob das Unternehmen noch immer Eigentümer ist, wissen wir nicht. Wir haben bis jetzt noch keine Antwort erhalten“, so Rainer Vormann, Leiter der Abteilung Ost des Bauordnungsamtes. Wie Recherchen von LVZ-Online ergeben haben, existiert das Münchner Unternehmen möglicherweise gar nicht mehr. Zwar gibt es laut Online-Branchenverzeichnissen Firmensitze in der bayerischen Landeshauptstadt und im brandenburgischen Schönefeld, dort ist jedoch niemand mehr zu erreichen. Ob die Krause-Villa verkauft oder an einen anderen Eigentümer übertragen wurde, ist unbekannt.

„Das Bauordnungsamt hat das Grundstück nach dem Brand zunächst gesichert. Da von dem Gebäude keine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit ausgeht, gibt es für uns keinen Handlungsbedarf“, so Abteilungsleiter Vormann. Sollte kein Eigentümer gefunden werden, sei die Stadt gezwungen eine sogenannte Ersatzvornahme durchzuführen und das Haus notfalls abzureißen. Die Kosten hierfür müsste dann die Kommune tragen.

Da jedoch keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung besteht, bleibt die ausgebrannte Ruine vermutlich erst einmal stehen. Es sei denn, es findet sich über kurz oder lang ein Investor, der dem Polygraph-Gelände neues Leben einhaucht. Darauf wartet das brachliegende Areal an der Zweinaundorfer Straße jedoch bereits seit vielen Jahren vergeblich.

Robert Nößler

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