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Polizeiticker Leipzig Leipziger Polizei will mehr Effizienz in Zeiten der Personalknappheit
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Leipziger Polizei will mehr Effizienz in Zeiten der Personalknappheit
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07:00 28.04.2017
Bernd Merbitz hält an der zentralen Bearbeitung von Eigentumsdelikten fest. Quelle: dpa
Leipzig

Die Leipziger Polizei will bei der Bekämpfung der überbordenden Eigentumskriminalität an einer zentralen Bearbeitung der Fälle festhalten. „Es geht im Kern darum, in Zeiten anhaltend knapper Personalressourcen organisatorische Maßnahmen zu ergreifen, um das Kriminalitätsgeschehen effektiver und effizienter zu bearbeiten“, so Polizeipräsident Bernd Merbitz auf Anfrage der LVZ. „Die Polizeidirektion Leipzig kann es sich schlicht nicht mehr leisten, beispielsweise einen Beamten im Polizeirevier Leipzig-Nord, ein zweiten im Polizeirevier Leipzig-Südwest und einen dritten in der Kriminalpolizeiinspektion parallel an Straftaten ein und desselben Täters arbeiten zu lassen.“ Bisher würden in der sächsischen Polizei Straftaten überwiegend tatort- und deliktorientiert bearbeitet. Doch gerade für Eigentumsdelikte ist das im Ballungsraum Leipzig „ein völlig überalterter und nicht mehr leistbarer Ansatz“, stellte Merbitz klar. „Schon aus personellen Gründen müssen wir hier täterorientiert arbeiten, wobei ich das von Anfang an nicht als Notvariante, sondern als Fortschritt verstanden wissen wollte. Wir bündeln einen Täter bei einem Sachbearbeiter und können der Staatsanwaltschaft dann auch ein umfänglich geschnürtes Aktenpaket vorlegen, welches es in der Folge auch viel häufiger ermöglicht, Mehrfachtäter in Haft zu bringen.“ Positiver Nebeneffekt aus Sicht der Polizeiführung: Wer erstmal hinter Gittern sitzt, kann draußen nicht mehr stehlen. Somit gibt es auch die Hoffnung, dass dadurch mittel- bis langfristig die Fallzahlen günstiger ausfallen als bisher. Allein 2016 gab es in der Stadt Leipzig 44 967 Diebstahlsdelikte, 6674 mehr als im Vorjahr. „In diesem Bereich drückt der Schuh gewaltig“, so der Polizeichef. Deshalb werden Wohnungseinbrüche in Leipzig inzwischen von 120 Beamten zentral bearbeitet.

Ob dieses Modell in anderen Kriminalitätsfeldern übernommen werden könnte, müsse sorgfältig geprüft werden. „Das ist derzeit weder angedacht noch als Allheilmittel für alle Deliktbereiche sinnvoll. Davon abgesehen sind viele Straftaten aufgrund sachlicher Zuständigkeit ohnehin bei der Kriminalpolizei zentralisiert.“

Merbitz will den Erfolg polizeilicher Arbeit nicht allein an der Aufklärungsquote bemessen. Diese ist im bundesweiten Vergleich der Städte über 200 000 Einwohner mit 43,6 Prozent weniger eindrucksvoll, auch wenn sie trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gesteigert wurde und den zweithöchsten Stand der letzten fünf Jahre erreicht hat. In Dresden waren es 2016 beispielsweise 53,7 Prozent, in Chemnitz 54,7 Prozent. Auch die Kriminalitätshochburg Frankfurt/Main steht mit 53,8 Prozent besser da, in München wurden sogar 62,5 Prozent aller Straftaten aufgeklärt.

„Die Quote könnte zwar immer noch ein bisschen besser sein, aber es handelt sich um einen quer über alle Deliktgruppen geworfenen Durchschnittswert“, so Merbitz. Aus diesem Grund müsse man die jeweilige Kriminalitätsstruktur der Städte betrachten. „In Leipzig haben Eigentumsdelikte an der Gesamtkriminalität nun einmal leider einen Anteil von 50,7 Prozent.“ Dieser prozentuale Anteil sei markant höher als andernorts und betreffe ausgerechnet die traditionell und überall aufklärungsschwachen Delikte, so der Polizeichef. „Wenn ein Fahrzeug aufgebrochen oder eine Wohnungstür aufgehebelt wird, bleiben eben regelmäßig keine Spuren zurück, die eine Identifizierung des Täters erlauben, weshalb die Taten häufig ungeklärt bleiben.“ Daran könne auch eine zentrale Bearbeitung nichts ändern.

Von Frank Döring

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