Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig Leipziger Prozess um angeblichen Mordauftrag geht in die letzte Runde
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Leipziger Prozess um angeblichen Mordauftrag geht in die letzte Runde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:00 08.03.2017
Sabri S. (Mitte) und seine beiden Verteidiger: Ulf Israel (l.) und Christian Avenarius. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

In dem rätselhaften Prozess um einen mutmaßlichen Auftragsmord, den der Leipziger Lebensmittelhändler Sabri S. (44) im Jahr 2014 erteilt haben soll, sind am Mittwoch am Landgericht drei Plädoyers gehalten worden. Sowohl Staatsanwalt Torsten Naumann als auch die beiden Verteidiger, Ulf Israel und Christian Avenarius, sprachen sich für einen Freispruch des angeklagten türkischen Familienvaters aus. Das Urteil der Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Hans Jagenlauf soll am Freitag verkündet werden.

12 000 Euro für einen Auftragsmord?

Wie bereits berichtet, wird Sabri S. vorgeworfen, dass er seinen in Berlin lebenden ehemaligen Geschäftspartner Hussein D. (48) töten lassen wollte. Den entsprechenden Mordauftrag habe der Angeklagte an Yussif N. (35) gerichtet, einen in Tschechien lebenden Syrer mit dem Spitznamen „Dilocan“. Allerdings ist es zu der vorsätzlichen Tötung, für die den Ermittlern zufolge letztlich 12 000 Euro als Anzahlung geflossen seien, nicht gekommen. Vielmehr soll Yussif N. nur zum Schein auf das Angebot eingegangen sein. Habe sich dann jedoch an das auserkorene Opfer gewandt und ihm den vermeintlichen Plan verraten. Später soll Hussein D. die Bluttat mit viel Schminke und rotem Saft selbst vorgetäuscht haben.

Staatsanwalt hat große Zweifel

In seinem Plädoyer erklärte Staatsanwalt Naumann: „Ich weiß nicht, was ich glauben soll. Der Ablauf des Geschehens ist sehr ungewöhnlich. Das kann sich eigentlich niemand ausdenken. Dass die Geschichte so dubios anmutet, spricht für ihre Glaubwürdigkeit. Allerdings haben wir nichts Greifbares in der Hand. Zumal viele Zeugenaussagen sehr widersprüchlich sind.“ Vor allem die Darstellung von Yussif N. sei aufgrund zahlreicher fehlender Details mit kritischem Blick zu bewerten. Obschon Naumann andeutete, dass es durchaus so gewesen sein könnte, wie in der Anklageschrift beschrieben, beantragte er Freispruch wegen bestehender Zweifel.

Verteidiger sehen Sabri S. als Opfer

Die beiden Rechtsanwälte vertraten wiederum die Auffassung: Es habe sich um ein Komplott gegen ihren Mandanten gehandelt – entweder von Yussif N. allein geplant oder zusammen mit Hussein D. Die gesamte Geschichte sei jedenfalls frei erfunden. Yussif N. habe wohl massive Schulden bei Sabri S. gehabt und einen Weg gesucht, aus dieser Situation herauszukommen. „Er ist ein glasklarer Betrüger. Er versuchte, den Angeklagten auszunehmen und ihn ans Messer zu liefern“, teilte Israel mit. Dafür spreche auch, dass Yussif N. keinerlei Beweise für den angeblichen Mordauftrag liefern konnte. Die 12 000 Euro habe er kurzerhand verprasst, hieß es. „Seine Geschichte ist nicht belegt, sondern sogar widerlegt“, fasste Avenarius zusammen. Ebenso wie sein Kollege plädierte er auf Freispruch sowie eine Entschädigung für die erlittene Untersuchungshaft.

Von Matthias Klöppel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eigentlich waren die Einsatzkräfte nach einem Einbruch in Altlindenau auf der Suche nach einem Verdächtigen. Fassen konnten sie ihn nicht, fanden bei der Kontrolle eines Mannes dafür aber mehrere Waffen.

08.03.2017

Ein Mann hat einer 15-Jährigen in einer Straßenbahn der Linie 15 plötzlich ins Gesicht geschlagen. Den entsetzten Zuruf einer Zeugin, dass er das nicht machen könne, quittierte er mit den Worten: „Doch, das kann ich“.

08.03.2017

Die Security im Conne Island hat einen Mann Hausverbot erteilt, der eine Frau sexuell attackiert haben soll. Im Bericht der Polizei wird dem Soziokulturzentrum unter anderem Rassismus vorgeworfen.

08.03.2017
Anzeige